Chronik der Feuerwehr Steinheim

Die Kommandanten der FFW Steinheim und ihre Stellvertreter
1886-1888 Schultheiß Straub 1886-1888 Kronenwirt Delle
1888-1891 Kronenwirt Delle 1888-1896 Gottlieb Häußler
1891-1896 Schulheiß Junginger 1896-1906 Friedrich Röder
1896-1906 Gottlieb Häußler 1906-1918 Jakob Fähnle
1906-1.Weltkrieg Jakob Huber 1919-1923

Karl Strauß

während des 1.Weltkrieges Jakob Fähnle 1923-1926 Christian Geiger
1919-1923 Fritz Launer 1926-1935 Herman Früholz
1923-1935 Paul Elsenhans 1935-1946 Karl Strauß
1935-1946 Herman Früholz 1946 Georg Greß
1946-1947 Paul Greß sen. 1947-1951 Eugen Benz
1947-1953 Ernst Maier 1952-1953 Paul Kölle
1953-1971 Paul Kölle 1953-1961 Wilhelm Strauß
1972-1996 Hans Maier 1961-1991 Karl Früholz
1996-jetzt Eberhard Kieser 1991-1995 Eberhard Kieser
    1996-jetzt Herbert Früholz

 

Steinheims Feuerlöschwesen vor 1860


Über Steinheims Feuerlöschwesen vor der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1860 ist durch Akten nur wenig bekannt. Freilich - Brände hatte es schon immer gegeben, und so werden sich die Steinheimer gegen eine Feuersbrunst gewehrt haben, wie es eben ging - mit Feuereimern, Wasserkübeln, Feuerhaken und was es sonst noch alles gab. Aber zumindest seit dem 18. Jahrhundert sind Feuerspritzen üblich, die für die damalige Zeit eine große Hilfe bedeuteten. Unerlässlich dabei waren die im Ort verstreuten Hülben und Weiher, die das Wasser zu spenden hatten, denn damals gab es ja noch keine Wasserleitungen. Brannte es, so war jedermann selbstverständlich zur Stelle.
Im Jahre 1770 hatte die Steinheimer Feuerwehr »eine große Feuerspritze samt einem messingnen Fontille, Stiefelrohr und zwei anno 1747 gemachte blecherne Seiher, einen Feuerwagen, zwei große Feuerleitern, drei große Feuerhaken, 25 Feuereimer und eine hölzerne Hand- und Hausspritz«. Das war, für damalige Umstände, eine Ausstattung, die sich sehen lassen konnte. Dazu kamen die schon einige Male erwähnten eigenen Feuereimer, die jede Haushaltung aufzuweisen hatte und die stets griffbereit und einsatzfähig waren. Mit Schmunzeln lesen wir, dass der Ortspfarrer die Weisung hatte, kein Brautpaar zu proklamieren, d. h., ihre Hochzeit von der Kanzel zu verkündigen, das von seiten des Bräutigams aus nicht die Bescheinigung der Obrigkeit vorweisen konnte, dass dieser im Besitz eines Feuereimers sei. So ging es halt nicht anders, als dass das Brautpaar vielleicht vor der Hochzeit zum Schultheißen ging, und zwar mit dem Feuereimer in der Hand, bevor der Pfarrer überhaupt mit sich reden ließ.
 

Zu damaliger Zeit hieß das Feuerwehrmagazin kurz »Feuerhütte«. Es stand am Platz des alten Rathauses. 1793 war es zu klein geworden und dazu noch baufällig gewesen, so dass es niedergerissen und wieder vergrößert aufgebaut wurde. 1836 wurde es aufgestockt, als die Steinheimer ein Rathaus brauchten.
Brach ein Brand aus, so hatte jeder am Brandplatz zu erscheinen. Bauern, welche ein Gespann besaßen, eilten mit diesem zur Feuerhütte, um die Feuerspritze und den Feuerwagen zu holen. Wer übrigens als erster ankam, erhielt eine Prämie von 4 1/2 Gulden. Das spornte natürlich jeden an. War der Brand auswärts, so wurden zusätzlich Wagen aus- gerüstet, um die Löschmannschaften zu transportieren. Das waren Leiterwagen, rasch mit Brettern versehen, auf denen die Männer saßen. Mindestens waren stets zwei Gespanne notwendig, nämlich für die Feuerspritze und den Feuerwagen, der als Gerätewagen mit- geführt wurde. Nach einem Brand durften sich die Mannschaften im Gasthaus auf Kosten der Gemeinde stärken und den Durst löschen. Wir haben noch solche Rechnungen vorfinden können, die dann von den betreffenden Wirten an die Gemeinde eingereicht wurden. Als es im Jahre 1821 zum Beispiel in dem inzwischen abgegangenen Hof Hesselschwang bei Bartholomä gebrannt hatte, forderte daraufhin der Adlerwirt Schwarz von der Gemeinde Steinheim nicht weniger als 8 Gulden und 55 Kreuzer ab. Beim Brand der Voelter'schen Papiermühlen in Heidenheim machte die Rechnung noch mehr aus, indem man anschließend einen Landsmann, den Hasenwirt Jooß, besuchte, der nicht weniger als 21 Gulden und 40 Kreuzer daraufhin einstrich. Auf diese Weise konnte der Gemeindepfleger schon hie und da zum Seufzen gekommen sein.
Übrigens war die Steinheimer Feuerwehr recht oft nach auswärts gerufen worden. Wir lesen von Gerstetten, dann sogar von Treffelhausen, Stötten und Schnittlingen - Orte, die im Nachbaroberamt liegen. Freilich - neben der Stärkung der Mannschaften war eine solche für die Pferde ebenso recht und billig. Deshalb sind auch »Haberverrechnungen« vorhanden. Wir wollen aber nur hoffen, dass man damals immer wieder gut vom Einsatz zurückgekommen ist.                    
 Auch Steinheim selbst hatte seine Brände. In der Zeit von 1832 bis 1839 brannte es nicht weniger als neunmal. Im ganzen wurden damals 27 Gebäude ein Raub der Flammen, Übrigens durch Brandstiftung. In Sontheim/Stubental schlug am 19. Juli 1839 der Blitz ein,
und 13 Gebäude wurden eingeäschert. Das sind aber nur die zwei wohl stärksten Brandfälle. 1859 zum Beispiel brannte es wieder in Sontheim. Da machte man die Entdeckung, dass sich die Steinheimer Spritze keineswegs mehr in Ordnung befand, zumal sich der Druck als zu schwach erwies. Man kam damals auch auf den Gedanken, dass sich bei auswärtigen Bränden stets eine Ersatzspritze im Ort befinden solle, damit man im Bedarfsfalle eine Reserve habe.

Wenn es früher der weitsichtige Schultheiß Weireter gewesen war, der die Steinheimer Feuerwehr gut ausgerüstet hatte, so war es umso eher der tatkräftige Schultheiß Straub, dem neben der Wasserversorgung auch das Feuerlöschwesen sehr am Herzen lag. Dieser fortschrittliche und kluge Ortsvorsteher war es, der nun - nach dem Misserfolg in Sontheim - darauf drang, dass etwas geschah. Kurzerhand wandte er sich nämlich an den Kommandanten der Stuttgarter Feuerwehr, damit dieser den Steinheimern bei der Beschaffung einer neuen Spritze behilflich sei. Also wurden die dafür in Frage kommenden Steinheimer kurzerhand zu einer Übung bzw. Vorführung nach Stuttgart ein- geladen. Es sind dies natürlich Straub selbst und Spritzenmeister Kieser, ein Schlosser, der neun Jahre später so unglücklich ums Leben kam. Als die beiden aber in Stuttgart anlangten, erfuhren sie, dass die Übung verschoben sei. Doch nahm sie der Kommandant mit zum Glockengießer und Feuerspritzenfabrikant Kurtz. Dort wurde ihnen nun eine moderne Spritze vorgeführt, die allerdings bereits schon verkauft war. Aber dasselbe Modell wurde von den Steinheimern bestellt, und zwar um den Preis von 842 Gulden. Bis Süßen wurde dann später die Spritze mit der Bahn und von dort bis Steinheim mit dem Fuhrwerk befördert.

Jetzt war wieder alles in Ordnung - bis auf die Feuerwehr selbst, die neu zu organisieren nun auch ein Anliegen für Straub war. Dafür, dass dann im folgenden Jahr eine Freiwillige Feuerwehr in Steinheim ins Leben gerufen wurde, darf die damals gekaufte Spritze der Anlass gewesen sein. Man wollte aber auch - wie an anderen Orten - nach dem Vorbild von Carl Metz fortschrittlich sein.

 Von 1860 bis 1960


1860 gründete also Schultheiß Straub, nachdem sich genügend Männer gemeldet hatten, die Freiwillige Feuerwehr. Es ist zwar über die Gründung kein Protokoll aufzufinden. Doch berichtet Schultheiß Straub nachweisbar im Dezember 1867 seinem Gemeinderat, dass »die hiesige freiwillige Feuerwehr, welche seit 1860 (!) besteht, bisher einen Kostenaufwand von kaum 200 Gulden verursacht hat«. Sicher hat er damals mit seinen Gemeinderäten darüber debattiert, dass es notwendig wäre, die Feuerwehr stärker auszubauen und sie besser auszustatten. Dazu seien weitere Mittel notwendig. Und der Gemeinderat konnte sich der Ansicht seines tüchtigen und umsichtigen Vorsitzenden nicht verschließen und bewilligte 500 Gulden aus der Gemeindekasse, jedoch verlangt er die Vorlage eines Verwendungsnachweises. Als dann 1869 noch die »Zentralkasse für das Feuerlöschwesen« zur Beschaffung von sogenannten Buttenspritzen einen Beitrag von weiteren 60 Gulden bewilligte, konnte man eine solche von Magirus in Ulm erwerben- Teils fünf, teils zehn Jahre verpflichtete sich die Freiwillige Feuerwehr zur Dienstleistung. 1875 heißt es: »Die Periode, für welche sich die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr zur Dienstleistung verpflichtet hat, ist im Herbst 1874 zu Ende gegangen, und es ist daher eine neue Regelung dieser Sache vorzunehmen.« Als man dann zu einer Sitzung  zusammentritt, kann Straub erklären, »dass die Freiwillige Feuerwehr in der Stärke von 108 Mann sich auf weitere 10 Jahre für den Feuerwehrdienst verbindlich gemacht habe«. Also beschloss man im Gemeinderat, je Mann 5 Gulden zu bewilligen, was übrigens bei den 18 Mann der Sontheimer Wehr auch geschah.
Diese 10 Jahre gingen herum. Das Jahr 1885 brachte aber dem württ. Feuerlöschwesen die Gleichschaltung der Feuerwehren, die in der »Landes-Feuerlösch-Ordnung vom 7. Juni 1885« niedergelegt ist. Es ist anzunehmen, dass die seither bestehenden Feuerwehren sich auflösten, um dann gemäß den neuen Statuten wieder gegründet zu werden. Jedenfalls trägt Schultheiß Straub am 29. Januar 1886 dem Gemeinderat vor, »dass sich auf Grund der Landes- Feuerlösch-Ordnung vom 7. Juni 1885 hier wieder eine freiwillige Feuerwehr gebildet habe.«Der Regierungserlass empfahl und forderte nämlich 4 Arten von Feuerwehren: 1. Die Pflichtfeuerwehren für kleinere Gemeinden. Dazu gehörten unsere Filialorte, in denen jeder taugliche Mann im Ernstfalle Dienst zu leisten hatte. 2. Die Freiwillige Feuerwehr für die größeren Gemeinden, also auch für Steinheim, wo es genügend Männer gab, um eine Auswahl treffen zu können. Weiter gab es - der Vollständigkeit halber - Berufsfeuerwehren für Städte und Privat- feuerwehren, worunter wir die heutigen Werkfeuerwehren verstehen dürfen.
Die Freiwillige Feuerwehr Steinheim im Jahre 1886 bestand aus 17 Steigern und 17 Rettern. Die Pumpmannschaft an der 1. Spritze war 34 Mann stark, ebenfalls diejenige an der 2. Spritze. Dazu kam noch die Sicherheitsordnung mit 13 Mann, 4 Spritzenmeister, 4 Hornisten und Tambours (Trommler). Im ganzen waren es also 123 Mann, zu denen noch der Kommandant, sein Stellvertreter, ein Hauptmann für die Steiger- und Retterabteilung kamen. Schließlich mit dem Geräteverwalter dazu waren es 127 Mann.
Am 25.April 1886 wählte die Freiwillige Feuerwehr ihren Kommandanten und dessen Stellvertreter. Schultheiß Straub übernahm das Kommando, zumal er sowieso als Gemeindeoberhaupt möglichst als erster am Brandplatz zu erscheinen hatte. Stellvertreter wurde Kronenwirt Delle. Ihre Wahlperiode reichte bis zum Jahr 1891, also 5 Jahre. Schon 1888 tritt Straub aber krankheitshalber zurück, was, wie das Oberamt schrieb, »wohl bedauerlich ist, dass der älteste Feuerwehrkommandant des Bezirks Heidenheim ausscheidet. Allein der Ausscheidungsgrund trifft zu.« Eine Neuwahl ist notwendig. Gutsbesitzer Friedrich Mayer übernimmt den Posten bis 1891, um so die Amtszeit von Straub zu beenden. Da aber Delle gerne Kommandant gewesen wäre, will er seinen Posten als Stellvertreter niederlegen, was aber - des Grundes wegen - nicht genehmigt wird. Übrigens besteht die Feuerwehr am Ende der Amtszeit von Straub bereits aus 172 Mann.

Schließlich wird aber dem Kronenwirt Delle doch nachgegeben, und für den Rest seiner Dienstzeit wird Webermeister Gottlieb Häußler von der Bühler'schen Fabrik in Steinheim Stellvertreter. Während um diese Zeit weitere Mannschaften zur Wasserherbeischaffung in Kübeln und zum Schöpfen des Wassers eingeteilt worden waren, war es auch notwendig, im Brandfalle die Bierbrauer mit ihren Bierbonzen, die Besitzer von Pferdegespannen mit Fässern aller Art usw. zu verpflichten. Unter den hauptsächlich erwähnten Pferdebesitzern zum Stellen von Gespannen und Pferden zum Feuerreiten sind Gutsbesitzer Mayer, Kronenwirt Delle, Kreuzwirt Straub, Jakob Vogel und Johann Georg Langen- bucher aktenmäßig zu finden. In der Feuerlöschordnung steht zu lesen, dass »Prämien für diejenigen Pferdebesitzer oder deren Pferdeknechte ausgesetzt werden, die bei einem Brand im hiesigen Ort oder in den Filialen zuerst mit zwei angeschirrten Pferden vor dem Rathaus erscheinen«.
Bei auswärtigen Bränden waren übrigens zwei Wagen fertig zumachen »mit den vorhandenen 2 Bockgestellen, festen Sitzen und Fußbrettern, und zwar mit je 13 Mann, wovon 17 zur Pumpenmannschaft und 9 zu den Steigern gehören«.
Dienströcke wurden beantragt. Auch brauchte man weitere 24 Helme sowie etwa 45 Dienstmützen. Die Helme waren vorgeschrieben, die Mützen nur zum Gebrauch empfohlen. Man errechnete, zusammen mit anderen Ausrüstungs- gegenständen, etwa eine Summe von 2500 Mark, die für die Feuerwehr anzulegen sei. 2000 Mark wurden dann genehmigt, wobei die Wasserträger nur Mützen, aber keine Röcke zugestanden bekamen. 

1891, als die neue Amtsperiode der Freiwilligen Feuerwehr beginnt, wird Schultheiß Junginger zum Kommandanten gewählt. Sein Stellvertreter wird der bereits erwähnte Häußler. Zugführer sind Wilhelm Klotzbücher, Karl August Schmid, Friedrich Röder, Christian Haslanger, Gottfried Straub, Konrad Greß, Johann Georg Nagel, Johann Georg Fetzer und Andreas Pharion. Geräteverwalter wurde Johannes Schömig, der damalige Fronmeister, Trommler Jakob Reißer und Isak Maier, Hornisten Georg Gaiser und Christian Nagel. So stand die Wehr wieder bis zum Ravensburger Feuerwehrtag, an dem der Kommandant, sein Stellvertreter und als Zugführer Andreas Pharion teilnahmen, der damalige Acciser, also der Steuereinnehmer oder Gemeindepfleger.
Zu damaliger Zeit hatten alle männlichen Bewohner, soweit sie zwischen 20 und 45 Jahre alt waren und keinen Feuerwehrdienst leisteten, je nach ihrem Einkommen eine Feuerwehrabgabe von 1 bis 5 Mark zu bezahlen. Wir sehen also, dass alles schon einmal da gewesen ist.
1896 finden wiederum Wahlen statt. Diesmal wird Webermeister Gottlieb Häußler Kommandant, und als Stellvertreter wählt die Feuerwehr den Weber Friedrich Röder. In diesem Jahr ist »die Hydrantenmannschaft auf 24 Mann zu erhöhen.«                                                                                                                                                                                    

1901 bleiben Häußler und Röder auf ihren Posten. Den 1. Zug führt Jakob Huber, Maurer, der dann im Jahre 1906 Kommandant wird. Sein Stellvertreter ist der Landwirt Jakob Fähnle.
Das Jahr 1911 ist für die Steinheimer Freiwillige Feuerwehr insofern von Beachtung, als in diesem Jahr von seiten der Gemeinde-Kollegien überlegt wird, wie man einem gewissen Notstand« abhelfen könne, der über die Feuerwehr hereingebrochen sei. Aus verschiedenen Gründen ist der Besuch der Übungen nämlich unregelmäßig. Viele Feuerwehrleute fehlen unentschuldigt, so dass man ernsthaft daran denkt, anstelle einer Freiwilligen Feuerwehr eine Pflichtfeuerwehr zu gründen. Der 1. Weltkrieg, der im Jahre 1914 ausbrach, führte aber von selbst zu einer solchen Maßnahme, als immer mehr Wehrmänner einrücken mussten und eine sogenannte Alterswehr zu gründen war, in der jeder taugliche, im Ort anwesende Mann Dienst zu tun hatte. Zwar hatte, so steht 1911 geschrieben, die seitherige Feuerwehr ihren Dienst nach wie vor gemacht -natürlich mit Ausnahmen. Aber nun wurde 1914 beschlossen, dass »über die Kriegszeit alle männlichen Einwohner zur Dienstleistung verpflichtet« seien. Eine Geräteschau ergab ein befriedigendes Bild. Diese Schau wurde übrigens alljährlich, auch auf den Filialen, wiederholt. Während des Krieges befehligte Jakob Fähnle die Feuerwehr.

1919 erging der neue Beschluss, »noch vor dem 1. April wieder eine Freiwillige Feuerwehr alten Stils einzuführen unter der Voraussetzung, dass sich genügend Mannschaften melden«. Da dies der Fall war, schritt man zur Wahl und wählte bis Ablauf des Jahres 1923 Fritz Launer zum neuen Kommandanten. Stellvertreter wurde Karl Strauß. Geräteverwalter war übrigens Fronmeister Ulmer, der dieses Amt im ganzen 35 Jahre innegehabt hat. Launer gab sein Amt alters- halber im Jahre 1923 ab. Ebenso traten der Stellvertreter und einige Zugführer vorzeitig von ihrem Amt zurück. Bis zum Jahre 1927 wählte man dann Graveur Paul Elsenhans zum neuen Kommandanten, und sein Stellvertreter war Christian Geiger.
Immer wieder, so steht es vermerkt, wurde die Feuerwehr Steinheim mit neuen Geräten ausgerüstet. Auch mussten seit 1911 - mit dem Aufkommen von Starkstromleitungen - jeweils zwei Elektriker Dienst tun. 1921 war man dem neugegründeten Bezirksfeuerwehr-Verband beigetreten. 1926 sprach man von der Anschaffung einer mechanischen Leiter, die aber damals aus Sparsamkeitsgründen abgelehnt wurde. 1928 wurde in Steinheim eine Sanitätskolonne gegründet. Diese wurde dem 4. Zug angegliedert. Heute tun jeweils zwei Sanitäter bei Übungen usw. Dienst. 1929 trat die neue Bezirks-Feuerlöschordnung in Kraft. Steinheim bildete nun einen Brandhilfsverband mit seinen übrigen Parzellen, mit Gerstetten, Bartholomä, Lauterburg (für Irmannsweiler), mit Söhnstetten (für Gnannenweiler und Neuselhalden). Auch war man gegenüber Zang verpflichtet.
1932 brachte endlich die mechanische Leiter, während eine Motorspritze abgelehnt wurde. Diese war bei der weitläufigen Lage der Gesamtgemeinde durchaus notwendig. Außerdem hieß es, dass Steinheim im Vergleich zu anderen Wehren des Bezirks zurückgeblieben« sei. Nun hatte man wenigstens eine Magirusleiter.
Im Jahre 1933 war in Steinheim der 8. Bezirksfeuerwehrtag. 25 Orte schickten ihre Abordnungen. Die Hauptübung fand bei der Getreidemühle statt. Dabei wirkten die Weckerlinien von Heidenheim und Göppingen mit. Mit einer Tagwache begann das Fest, das im übrigen im »Kreuzgarten« abgewickelt wurde, wobei der »Musikverein« und der »Sänger- kranz« mitwirkten. Man schrieb damals den 3. September.
1926 war Hermann Früholz zum Stellvertreter des Kommandanten gewählt worden, da, wie es hieß, »es nicht zweckmäßig ist, wenn der Kommandant und sein Stellvertreter auswärts beschäftigt sind«. Eine Neuwahl im Jahre 1929 bestätigte Paul Elsenhans als Kommandant und Hermann Früholz als Stellvertreter erneut im Amt. 1931 wurde Fronmeister Ulmer für 25jährige Geräteverwalter-Dienstzeit vom Landesfeuerwehr-Verband geehrt.
Das Jahr 1933 brachte im Feuerwehrwesen Umstellungen. So wurden die Chargierten nicht mehr gewählt, sondern nach Anhören der Feuerwehr, des Bürgermeisters und des
Kreisfeuerlöschinspektors ernannt.1935 wurden wieder Elsenhans und Früholz bestätigt. Zugführer waren Paul Junginger (Stellvertreter Georg Greß), Hans Maier (Paul Haslanger), Richard Dorfer (Matth. Niederberger), Hans Schömig (Georg Kölle). Paul Elsenhans, der 13 Jahre lang Kommandant gewesen war, gab sein Amt im Jahre 1935 ab. Der Bürgermeister sprach ihm »für seine langjährigen und guten Dienste Dank und Anerkennung« aus. Hermann Früholz übernahm nun den Kommandanten- posten, während Karl Strauß Stellvertreter wurde.
1936 kam eine Neueinteilung der gesamten Wehr. Steinheim hatte 1 Löschzug mit 35 Mann und 2 Löschtrupps mit je 9 Mann, also insgesamt 53 Mann. Dienstgrade waren: 1 Oberbrandmeister, 1 Brandmeister, 5 Löschmeister, 6 Ober- feuerwehrmänner, 40 Feuerwehrmänner.
Sontheim war der Steinheimer Wehr unterstellt und bildete einen Halbzug mit insgesamt 27 Mann. Dienstgrade: 1   Brandmeister, 3 Löschmeister, 3 Oberfeuerwehrmänner, 20 Feuerwehrmänner.
In den Teilorten wurden Pflichtabteilungen gegründet. Sämtliche Männer, die tauglich waren, hatten vom 18. bis zum 60. Jahr Dienst zu tun. 1936 wurde, laut Gesetz, die Freiwillige Feuerwehr ins Vereinsregister als eingetragener Verein eingeschrieben. Bereits 1940 wurden weitere Anschaffungen gemacht, und 1941 kamen 5 Kübelspritzen und 300 m C-Schläuche dazu.
Der 2. Weltkrieg brachte natürlich wiederum seine eigenen Gebote und Forderungen. So hatte nun jeder Dienst zu tun, der Ortsansässig war. Dazu kamen noch die vielen Luftschutzverordnungen, die zu beachten waren. Hermann Früholz führte - mit Unterbrechung - nach wie vor die Wehr. Diese wurde jedoch, wie allüberall, 1945 voll den Amerikanern verboten, jedoch 1946 wieder erlaubt, wobei Paul Greß sen. das Kommando Übernahm. 1947 wurde Ernst Maier zum Kommandanten ernannt und hatte Eugen Benz bzw. ab 1951 Eugen Wöger als Stellvertreter.    

In diese Amtszeit fiel auch die Gründung des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim am 24. Juli 1949. Dem damaligen 1. Kreisfeuerwehrausschuss gehörte von Steinheim Kommandant Ernst Maier an. 1947 war ein Großbrand in Irmannsweiler und 1949 ein Dachstuhlbrand beim Wohnhaus Theuß in der Pfarrstraße. Ab 1952 war die Alarmierung durch Sirenen in Steinheim möglich. 1952 wurde Paul Kölle zum stellvertretenden Kommandanten ernannt und 1953 zum Kommandanten gewählt, zum Stellvertreter Wilhelm Strauß. In diesem Jahr waren auch drei Brände zu ver- zeichnen, und zwar am 24. April in Sontheim, am 9. Oktober in Küpfendorf das landwirtschaftliche Anwesen Junginger und am 6. November die Schreinerei Braun in Steinheim.

Durch Initiative von Paul Kölle und mit Unterstützung der Firma Weißbrod konnte am 1. April 1954 eine Werkfeuerwehr ins Leben gerufen werden. Diese Gruppe von 9 Mann wurde von der Firma Weißbrod ausgerüstet und in die Steinheimer Feuerwehr eingegliedert. Als geschlossene Einheit war sie auch tagsüber am Ort einsatzbereit. Dies war für die Firma und für die Gesamtgemeinde von großem Vorteil, da in dieser Zeit schon viele Feuerwehrmänner von Steinheim auswärts beschäftigt waren.
Hermann Früholz wurde 1954 auf Antrag des Kreisfeuerwehrinspektors Nothaft zum Ehrenkommandanten der Steinheimer Feuerwehr ernannt.
Im Jahre 1958 wurde vom Gemeinderat eine Feuerwehrsatzung verabschiedet, welche unsere Feuerwehr wie folgt gliederte: Steinheim 3 Löschzüge mit je 2 Löschgruppen; 1 Löschgruppe der Firma Weißbrod & Sohn: 1 Löschzug in Sontheim im Stubental mit 2 Löschgruppen.

   

Von 1961 bis 1980

 

Paul Kölle führte die Steinheimer Wehr als Kommandant bis zu seinem Tode 1971. Er war auch im Kreisfeuerwehrausschuß vertreten und wurde für seine ehrenamtliche Tätigkeit für die Feuerwehr mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehren-Kreuz in Silber ausgezeichnet. Im Jahre 1964 wurde Hermann Weißbrod aus Anlaß des 10jährigen Bestehens der Werkfeuerwehrgruppe zum Ehrenmitglied der Steinheimer Feuerwehr ernannt.

Außer den Übungen und dem Feuerwehrdienst wurden auch kameradschaftliche Kontakte geknüpft und gepflegt. So fand 1969 das erste Treffen sämtlicher acht Steinheimer Feuerwehren des Bundesgebietes in Steinheim am Main statt. Ab- wechselnd wurden diese Treffen bei gegebenen Anlässen wiederholt, so 1971 in Steinheim/Memmingen, 1973 in Steinheim/Murr, 1974 in Steinheim/Hessen und Steinheim/Dillingen, 1976 in Steinheim/Westfalen und Steinheim/Neu-Ulm.

Im Jahre 1971 führten nach dem Tod von Paul Kölle der damalige Stellvertreter Karl Früholz und der bereits bestimmte Nachfolger des Kommandanten, Hans Maier, gemeinsam die Steinheimer Wehr. Nachdem Söhnstetten im gleichen Jahr nach Steinheim eingemeindet wurde, ist auch die Feuerwehrsatzung überarbeitet worden. Bei der ersten gemeinsamen Hauptversammlung am 15. Januar 1972 wurde Hans Maier von Steinheim zum neuen Kommandanten der Gesamtwehr gewählt. Der seit 1961 tätige Stellvertreter Karl Früholz wurde ebenfalls in seinem Amt bestätigt. Wenige Monate später verstarb im Mai 1972 Bürgermeister Manfred Bezler, der zu der Feuerwehr immer ein gutes Verhältnis hatte. Ihm zu Ehren beschloß der Gemeinderat, dem Versammlungsraum im neuen Rathaus die Bezeichnung »Manfred-Bezler-Saal« zu verleihen.

 

Die Werkfeuerwehrgruppe Weißbrod wurde Anfang 1975 wegen Personalmangel und Reduzierung der Firma aufgelöst. Vom 6. bis 8. Juni 1975 waren die Festlichkeiten der Einweihung des neuen Rathauses zusammen mit dem Gerätehaus. In diesem Rahmen wurde auch der »Steinheimer Tag« gefeiert. Alle Steinheimer Feuerwehren des ganzen Bundesgebietes waren als Gäste in unserer Albuch- gemeinde. Auch die Feuerwehren des Kreises Heidenheim sowie die örtlichen Vereine nahmen am Festzug und an den Veranstaltungen im Festzelt auf dem Sportplatz teil. 1976 wurde Kommandant Hans Maier in den Ausschuß des Kreis- feuerwehrverbandes Heidenheim gewählt und ist dort bis heute noch tätig.

 

Im Jahre 1980 wurde der Zugführer Paul Wannenwetsch für die Verdienste um die Steinheimer Wehr beim Kreisfeuerwehrtag in Niederstotzingen mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet und 1981 zum Ehrenmit- glied ernannt. Paul Wannenwetsch war während seiner 35jährigen Dienstzeit 30 Jahre Kassier und 20 Jahre Schriftführer.

Die Geselligkeit und Pflege der Kameradschaft kam in all den Jahren auch nicht zu kurz. Die jährlich gemeinsam mit Sontheim durchgeführten Ausflüge, Kameradschaftsabende und Familien-Grillnachmittage waren stets gut besucht.

 

Von 1985 bis Heute in Bearbeitung

 

 

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Letzte Änderung: durch Martin Prager