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Chronik der Feuerwehr Steinheim
Die Kommandanten der FFW Steinheim und ihre
Stellvertreter
| 1886-1888 |
Schultheiß Straub |
1886-1888 |
Kronenwirt Delle |
| 1888-1891 |
Kronenwirt Delle |
1888-1896 |
Gottlieb Häußler |
| 1891-1896 |
Schulheiß Junginger |
1896-1906 |
Friedrich Röder |
| 1896-1906 |
Gottlieb Häußler |
1906-1918 |
Jakob Fähnle |
| 1906-1.Weltkrieg |
Jakob Huber |
1919-1923 |
Karl Strauß
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| während des 1.Weltkrieges |
Jakob Fähnle |
1923-1926 |
Christian Geiger |
| 1919-1923 |
Fritz Launer |
1926-1935 |
Herman Früholz |
| 1923-1935 |
Paul Elsenhans |
1935-1946 |
Karl Strauß |
| 1935-1946 |
Herman Früholz |
1946 |
Georg Greß |
| 1946-1947 |
Paul Greß sen. |
1947-1951 |
Eugen Benz |
| 1947-1953 |
Ernst Maier |
1952-1953 |
Paul Kölle |
| 1953-1971 |
Paul Kölle |
1953-1961 |
Wilhelm Strauß |
| 1972-1996 |
Hans Maier |
1961-1991 |
Karl Früholz |
| 1996-jetzt |
Eberhard Kieser |
1991-1995 |
Eberhard Kieser |
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1996-jetzt |
Herbert Früholz |
Steinheims Feuerlöschwesen vor 1860
Über Steinheims Feuerlöschwesen vor der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1860 ist durch Akten nur wenig bekannt. Freilich
- Brände hatte es schon immer gegeben, und so werden sich die Steinheimer gegen eine Feuersbrunst gewehrt haben, wie es eben ging
- mit Feuereimern, Wasserkübeln, Feuerhaken und was es sonst noch alles gab. Aber zumindest seit dem 18. Jahrhundert sind Feuerspritzen üblich, die für die damalige Zeit eine große Hilfe bedeuteten.
Unerlässlich dabei waren die im Ort verstreuten Hülben und Weiher, die das Wasser zu spenden hatten, denn damals gab es ja noch keine Wasserleitungen. Brannte es, so war jedermann selbstverständlich zur Stelle.
Im Jahre 1770 hatte die Steinheimer Feuerwehr »eine große Feuerspritze samt einem messingnen
Fontille, Stiefelrohr und zwei anno 1747 gemachte blecherne Seiher, einen Feuerwagen, zwei große Feuerleitern, drei
große Feuerhaken, 25 Feuereimer und eine hölzerne Hand- und Hausspritz«. Das war, für damalige Umstände, eine Ausstattung, die sich sehen lassen konnte. Dazu kamen die schon einige Male erwähnten eigenen
Feuereimer, die jede Haushaltung aufzuweisen hatte und die stets griffbereit und einsatzfähig waren. Mit Schmunzeln lesen wir,
dass der Ortspfarrer die Weisung hatte, kein Brautpaar zu proklamieren, d. h., ihre Hochzeit von der Kanzel zu verkündigen, das von seiten des Bräutigams aus nicht die Bescheinigung der Obrigkeit vorweisen konnte,
dass dieser im Besitz eines Feuereimers sei. So ging es halt nicht anders, als dass
das Brautpaar vielleicht vor der Hochzeit zum Schultheißen ging, und zwar mit dem Feuereimer in der Hand, bevor der Pfarrer überhaupt mit sich reden
ließ.
Zu damaliger Zeit hieß das Feuerwehrmagazin kurz »Feuerhütte«. Es stand am Platz des
alten Rathauses. 1793 war es zu klein geworden und dazu noch baufällig gewesen, so
dass es niedergerissen und wieder vergrößert aufgebaut wurde. 1836 wurde es aufgestockt, als die Steinheimer ein Rathaus brauchten.
Brach ein Brand aus, so hatte jeder am Brandplatz zu erscheinen. Bauern, welche ein Gespann besaßen, eilten mit diesem zur Feuerhütte, um die Feuerspritze und den
Feuerwagen zu holen. Wer übrigens als erster ankam, erhielt eine Prämie von 4
1/2 Gulden. Das spornte natürlich jeden an. War der Brand auswärts, so wurden zusätzlich Wagen aus- gerüstet, um die Löschmannschaften zu transportieren. Das waren Leiterwagen, rasch mit Brettern versehen, auf denen die Männer saßen. Mindestens waren stets zwei Gespanne notwendig, nämlich für die Feuerspritze und den Feuerwagen, der als Gerätewagen mit- geführt wurde. Nach einem Brand durften sich die Mannschaften im Gasthaus auf Kosten der Gemeinde stärken und den Durst löschen. Wir haben noch solche Rechnungen
vorfinden können, die dann von den betreffenden Wirten an die Gemeinde eingereicht
wurden. Als es im Jahre 1821 zum Beispiel in dem inzwischen abgegangenen Hof
Hesselschwang bei Bartholomä gebrannt hatte, forderte daraufhin der Adlerwirt Schwarz von der Gemeinde Steinheim nicht weniger als 8 Gulden und 55 Kreuzer ab. Beim Brand der Voelter'schen Papiermühlen in Heidenheim machte die Rechnung noch mehr aus, indem man anschließend einen Landsmann, den Hasenwirt
Jooß, besuchte, der nicht weniger als 21 Gulden und 40 Kreuzer daraufhin einstrich. Auf diese Weise konnte der
Gemeindepfleger schon hie und da zum Seufzen gekommen sein.
Übrigens war die Steinheimer Feuerwehr recht oft nach auswärts gerufen worden. Wir lesen von Gerstetten, dann sogar von
Treffelhausen, Stötten und Schnittlingen - Orte, die im Nachbaroberamt liegen. Freilich
- neben der Stärkung der Mannschaften war eine solche für die Pferde ebenso recht und billig. Deshalb sind auch »Haberverrechnungen« vorhanden. Wir wollen aber nur hoffen,
dass man damals immer wieder gut vom Einsatz zurückgekommen ist.
Auch Steinheim selbst hatte seine Brände. In der Zeit von 1832 bis 1839 brannte es nicht weniger als neunmal. Im ganzen wurden damals 27 Gebäude ein Raub der Flammen, Übrigens durch Brandstiftung. In
Sontheim/Stubental schlug am 19. Juli 1839 der Blitz ein, und 13 Gebäude wurden eingeäschert. Das sind aber nur die zwei wohl stärksten
Brandfälle. 1859 zum Beispiel brannte es wieder in Sontheim. Da machte man die Entdeckung,
dass sich die Steinheimer Spritze keineswegs mehr in Ordnung befand, zumal sich der Druck als zu schwach erwies. Man kam damals auch auf den Gedanken,
dass sich bei auswärtigen Bränden stets eine Ersatzspritze im Ort befinden solle, damit man im
Bedarfsfalle eine Reserve habe.
Wenn es früher der weitsichtige Schultheiß Weireter gewesen war, der die Steinheimer Feuerwehr gut ausgerüstet hatte, so war es umso eher der tatkräftige Schultheiß Straub, dem neben der Wasserversorgung auch das Feuerlöschwesen sehr am Herzen lag. Dieser fortschrittliche und kluge Ortsvorsteher war es, der nun
- nach dem Misserfolg in Sontheim - darauf drang, dass etwas geschah. Kurzerhand wandte er sich nämlich an den Kommandanten der Stuttgarter Feuerwehr, damit
dieser den Steinheimern bei der Beschaffung einer neuen Spritze behilflich sei. Also wurden die dafür in Frage kommenden Steinheimer kurzerhand zu einer
Übung bzw. Vorführung nach Stuttgart ein- geladen. Es sind dies natürlich Straub selbst und Spritzenmeister Kieser, ein Schlosser, der neun Jahre später so unglücklich ums Leben kam. Als die beiden aber in Stuttgart anlangten, erfuhren sie,
dass die Übung verschoben sei. Doch nahm sie der Kommandant mit zum Glockengießer und Feuerspritzenfabrikant
Kurtz. Dort wurde ihnen nun eine moderne Spritze vorgeführt, die allerdings bereits schon verkauft war. Aber dasselbe Modell wurde von den Steinheimern bestellt, und zwar um den Preis von 842 Gulden. Bis Süßen wurde dann später die Spritze mit der Bahn und von dort bis Steinheim mit dem
Fuhrwerk befördert.
Jetzt war wieder alles in Ordnung - bis auf die Feuerwehr selbst, die neu zu organisieren nun auch ein Anliegen für Straub war. Dafür,
dass dann im folgenden Jahr eine Freiwillige Feuerwehr in Steinheim ins Leben gerufen wurde, darf die damals
gekaufte Spritze der Anlass gewesen sein. Man wollte aber auch - wie an anderen Orten - nach dem Vorbild von Carl Metz fortschrittlich sein.
Von 1860 bis 1960
1860 gründete also Schultheiß Straub, nachdem sich genügend Männer gemeldet hatten, die
Freiwillige Feuerwehr. Es ist zwar über die Gründung kein Protokoll aufzufinden. Doch berichtet Schultheiß Straub nachweisbar im Dezember 1867 seinem Gemeinderat,
dass »die hiesige freiwillige Feuerwehr, welche seit 1860 (!) besteht, bisher einen Kostenaufwand von kaum 200 Gulden verursacht hat«. Sicher hat er damals mit seinen Gemeinderäten darüber debattiert,
dass es notwendig wäre, die Feuerwehr stärker auszubauen und sie besser auszustatten. Dazu seien weitere Mittel notwendig. Und der Gemeinderat konnte sich der Ansicht seines tüchtigen und umsichtigen Vorsitzenden nicht verschließen und bewilligte 500 Gulden aus der Gemeindekasse, jedoch verlangt er die Vorlage eines
Verwendungsnachweises. Als dann 1869 noch die »Zentralkasse für das Feuerlöschwesen« zur Beschaffung von sogenannten Buttenspritzen einen Beitrag von weiteren 60 Gulden bewilligte, konnte man eine solche von Magirus in Ulm erwerben-
Teils fünf, teils zehn Jahre verpflichtete sich die Freiwillige Feuerwehr zur Dienstleistung.
1875 heißt es: »Die Periode, für welche sich die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr zur Dienstleistung verpflichtet hat, ist im Herbst 1874 zu Ende gegangen, und es ist daher eine neue Regelung dieser Sache vorzunehmen.« Als man dann zu einer Sitzung
zusammentritt, kann Straub erklären, »dass die Freiwillige Feuerwehr in der Stärke von 108 Mann sich auf weitere 10 Jahre für den Feuerwehrdienst verbindlich gemacht habe«. Also
beschloss man im Gemeinderat, je Mann 5 Gulden zu bewilligen, was übrigens bei den 18 Mann der Sontheimer Wehr auch geschah.
Diese 10 Jahre gingen herum. Das Jahr 1885 brachte aber dem württ. Feuerlöschwesen die Gleichschaltung der Feuerwehren, die in der »Landes-Feuerlösch-Ordnung vom 7. Juni 1885« niedergelegt ist. Es ist anzunehmen,
dass die seither bestehenden Feuerwehren sich auflösten, um dann gemäß den neuen Statuten wieder gegründet zu werden. Jedenfalls trägt Schultheiß Straub am 29. Januar 1886 dem Gemeinderat vor,
»dass sich auf Grund der Landes- Feuerlösch-Ordnung vom 7. Juni 1885 hier wieder eine freiwillige Feuerwehr gebildet habe.«Der
Regierungserlass empfahl und forderte nämlich 4 Arten von Feuerwehren: 1. Die Pflichtfeuerwehren für kleinere Gemeinden. Dazu gehörten unsere
Filialorte, in denen jeder taugliche Mann im Ernstfalle Dienst zu leisten hatte. 2. Die Freiwillige Feuerwehr für die
größeren Gemeinden, also auch für Steinheim, wo es genügend Männer gab, um eine Auswahl treffen zu können. Weiter gab es
- der Vollständigkeit halber - Berufsfeuerwehren für Städte und Privat-
feuerwehren, worunter wir die heutigen Werkfeuerwehren verstehen dürfen.
Die Freiwillige Feuerwehr Steinheim im Jahre 1886 bestand aus 17 Steigern und 17
Rettern. Die Pumpmannschaft an der 1. Spritze war 34 Mann stark, ebenfalls diejenige an der 2. Spritze. Dazu kam noch die Sicherheitsordnung mit 13 Mann, 4 Spritzenmeister, 4
Hornisten und Tambours (Trommler). Im ganzen waren es also 123 Mann, zu denen noch der Kommandant, sein Stellvertreter, ein Hauptmann für die Steiger- und Retterabteilung
kamen. Schließlich mit dem Geräteverwalter dazu waren es 127 Mann.
Am 25.April 1886 wählte die Freiwillige Feuerwehr ihren Kommandanten und dessen
Stellvertreter. Schultheiß Straub übernahm das Kommando, zumal er sowieso als
Gemeindeoberhaupt möglichst als erster am Brandplatz zu erscheinen hatte. Stellvertreter wurde Kronenwirt Delle. Ihre Wahlperiode reichte bis zum Jahr 1891, also 5 Jahre. Schon 1888 tritt Straub aber krankheitshalber zurück, was, wie das Oberamt schrieb, »wohl
bedauerlich ist, dass der älteste Feuerwehrkommandant des Bezirks Heidenheim ausscheidet. Allein der Ausscheidungsgrund trifft zu.« Eine Neuwahl ist notwendig. Gutsbesitzer
Friedrich Mayer übernimmt den Posten bis 1891, um so die Amtszeit von Straub zu beenden. Da aber Delle gerne Kommandant
gewesen wäre, will er seinen Posten als Stellvertreter niederlegen, was aber -
des Grundes wegen - nicht genehmigt wird. Übrigens besteht die Feuerwehr am Ende der Amtszeit von Straub bereits aus 172 Mann.
Schließlich wird aber dem Kronenwirt Delle doch nachgegeben, und für den Rest seiner Dienstzeit wird Webermeister Gottlieb Häußler von der Bühler'schen Fabrik in Steinheim Stellvertreter. Während um diese Zeit weitere Mannschaften zur Wasserherbeischaffung in Kübeln und zum Schöpfen des Wassers eingeteilt worden waren, war es auch notwendig, im
Brandfalle die Bierbrauer mit ihren Bierbonzen, die Besitzer von Pferdegespannen mit Fässern aller Art usw. zu verpflichten. Unter den hauptsächlich erwähnten Pferdebesitzern zum Stellen von Gespannen und Pferden zum Feuerreiten sind Gutsbesitzer Mayer, Kronenwirt Delle, Kreuzwirt Straub, Jakob Vogel und Johann Georg
Langen- bucher aktenmäßig zu finden. In der Feuerlöschordnung steht zu lesen,
dass »Prämien für diejenigen Pferdebesitzer oder deren Pferdeknechte ausgesetzt werden, die bei einem Brand im hiesigen Ort oder in den Filialen zuerst mit zwei angeschirrten Pferden vor dem Rathaus erscheinen«.
Bei auswärtigen Bränden waren übrigens zwei Wagen fertig zumachen »mit den
vorhandenen 2 Bockgestellen, festen Sitzen und Fußbrettern, und zwar mit je 13 Mann, wovon 17 zur Pumpenmannschaft und 9 zu den Steigern gehören«.
Dienströcke wurden beantragt. Auch brauchte man weitere 24 Helme sowie etwa 45
Dienstmützen. Die Helme waren vorgeschrieben, die Mützen nur zum Gebrauch empfohlen. Man errechnete, zusammen mit anderen
Ausrüstungs- gegenständen, etwa eine Summe von 2500 Mark, die für die Feuerwehr anzulegen sei. 2000 Mark wurden dann genehmigt,
wobei die Wasserträger nur Mützen, aber keine Röcke zugestanden bekamen.
1891, als die neue Amtsperiode der Freiwilligen
Feuerwehr beginnt, wird Schultheiß Junginger zum Kommandanten gewählt. Sein
Stellvertreter wird der bereits erwähnte Häußler. Zugführer sind Wilhelm
Klotzbücher, Karl August Schmid, Friedrich Röder, Christian Haslanger,
Gottfried Straub, Konrad Greß, Johann Georg Nagel, Johann Georg Fetzer und
Andreas Pharion. Geräteverwalter wurde Johannes Schömig, der damalige
Fronmeister, Trommler Jakob Reißer und Isak Maier, Hornisten Georg Gaiser und
Christian Nagel. So stand die Wehr wieder bis zum Ravensburger Feuerwehrtag, an
dem der Kommandant, sein Stellvertreter und als Zugführer Andreas Pharion
teilnahmen, der damalige Acciser, also der Steuereinnehmer oder Gemeindepfleger.
Zu damaliger Zeit hatten alle männlichen Bewohner, soweit sie zwischen 20 und
45 Jahre alt waren und keinen Feuerwehrdienst leisteten, je nach ihrem Einkommen
eine Feuerwehrabgabe von 1 bis 5 Mark zu bezahlen. Wir sehen also, dass alles
schon einmal da gewesen ist.
1896 finden wiederum Wahlen statt. Diesmal wird Webermeister Gottlieb Häußler
Kommandant, und als Stellvertreter wählt die Feuerwehr den Weber Friedrich
Röder. In diesem Jahr ist »die Hydrantenmannschaft auf 24 Mann zu erhöhen.«
1901 bleiben Häußler und Röder auf ihren Posten. Den 1. Zug führt Jakob Huber, Maurer, der dann im Jahre 1906 Kommandant wird. Sein Stellvertreter ist der Landwirt Jakob Fähnle.
Das Jahr 1911 ist für die Steinheimer Freiwillige Feuerwehr insofern von Beachtung, als in diesem Jahr von
seiten der Gemeinde-Kollegien überlegt wird, wie man einem gewissen Notstand« abhelfen könne, der über die Feuerwehr hereingebrochen sei. Aus
verschiedenen Gründen ist der Besuch der Übungen nämlich unregelmäßig. Viele Feuerwehrleute fehlen unentschuldigt, so
dass man ernsthaft daran denkt, anstelle einer Freiwilligen Feuerwehr eine Pflichtfeuerwehr zu gründen. Der 1. Weltkrieg, der im Jahre 1914 ausbrach, führte aber von selbst zu einer solchen Maßnahme, als immer mehr Wehrmänner
einrücken mussten und eine sogenannte Alterswehr zu gründen war, in der jeder taugliche, im Ort anwesende Mann Dienst zu tun hatte. Zwar hatte, so steht 1911 geschrieben, die
seitherige Feuerwehr ihren Dienst nach wie vor gemacht -natürlich mit Ausnahmen. Aber nun wurde 1914 beschlossen,
dass »über die Kriegszeit alle männlichen Einwohner zur Dienstleistung verpflichtet« seien. Eine Geräteschau ergab ein befriedigendes Bild. Diese Schau wurde übrigens
alljährlich, auch auf den Filialen, wiederholt. Während des Krieges befehligte Jakob Fähnle die Feuerwehr.
1919 erging der neue Beschluss, »noch vor dem 1. April wieder eine
Freiwillige Feuerwehr alten Stils einzuführen unter der Voraussetzung, dass sich genügend Mannschaften melden«. Da dies der Fall war, schritt man zur Wahl und wählte bis Ablauf des Jahres 1923 Fritz Launer zum neuen
Kommandanten. Stellvertreter wurde Karl Strauß. Geräteverwalter war übrigens Fronmeister Ulmer, der dieses Amt im ganzen 35 Jahre innegehabt hat. Launer gab sein Amt alters- halber im Jahre 1923 ab. Ebenso traten der Stellvertreter und einige Zugführer vorzeitig von ihrem Amt zurück. Bis zum Jahre 1927 wählte man dann Graveur Paul Elsenhans zum neuen Kommandanten, und sein Stellvertreter war Christian Geiger.
Immer wieder, so steht es vermerkt, wurde die Feuerwehr Steinheim mit neuen Geräten ausgerüstet. Auch
mussten seit 1911 - mit dem Aufkommen von Starkstromleitungen - jeweils zwei Elektriker Dienst tun. 1921 war man dem neugegründeten Bezirksfeuerwehr-Verband beigetreten. 1926 sprach man von der Anschaffung einer mechanischen Leiter, die aber damals aus Sparsamkeitsgründen abgelehnt wurde. 1928 wurde in Steinheim eine Sanitätskolonne gegründet. Diese wurde dem 4. Zug angegliedert. Heute tun jeweils zwei Sanitäter bei
Übungen usw. Dienst. 1929 trat die neue Bezirks-Feuerlöschordnung in Kraft. Steinheim bildete nun einen Brandhilfsverband mit seinen übrigen Parzellen, mit Gerstetten, Bartholomä, Lauterburg (für
Irmannsweiler), mit Söhnstetten (für Gnannenweiler und Neuselhalden). Auch war man gegenüber Zang verpflichtet.
1932 brachte endlich die mechanische Leiter, während eine Motorspritze abgelehnt wurde. Diese
war bei der weitläufigen Lage der Gesamtgemeinde durchaus notwendig. Außerdem hieß es,
dass Steinheim im Vergleich zu anderen Wehren des Bezirks zurückgeblieben« sei. Nun hatte man wenigstens eine
Magirusleiter.
Im Jahre 1933 war in Steinheim der 8. Bezirksfeuerwehrtag. 25 Orte schickten ihre
Abordnungen. Die Hauptübung fand bei der Getreidemühle statt. Dabei wirkten die
Weckerlinien von Heidenheim und Göppingen mit. Mit einer Tagwache begann das Fest, das im übrigen im »Kreuzgarten« abgewickelt wurde, wobei der »Musikverein« und der »Sänger-
kranz« mitwirkten. Man schrieb damals den 3. September.
1926 war Hermann Früholz zum Stellvertreter des Kommandanten gewählt worden, da, wie es hieß, »es nicht zweckmäßig ist, wenn der Kommandant und sein Stellvertreter
auswärts beschäftigt sind«. Eine Neuwahl im Jahre 1929 bestätigte Paul Elsenhans als
Kommandant und Hermann Früholz als Stellvertreter erneut im Amt. 1931 wurde Fronmeister Ulmer
für 25jährige Geräteverwalter-Dienstzeit vom Landesfeuerwehr-Verband geehrt.
Das Jahr 1933 brachte im Feuerwehrwesen Umstellungen. So wurden die Chargierten nicht mehr gewählt, sondern nach Anhören der Feuerwehr, des Bürgermeisters und des
Kreisfeuerlöschinspektors ernannt.1935 wurden wieder Elsenhans und Früholz bestätigt. Zugführer waren Paul Junginger (Stellvertreter Georg Greß), Hans Maier (Paul
Haslanger), Richard Dorfer (Matth. Niederberger), Hans Schömig (Georg Kölle). Paul Elsenhans, der 13 Jahre lang Kommandant gewesen war, gab sein Amt im Jahre 1935 ab. Der Bürgermeister sprach ihm »für seine langjährigen und guten Dienste Dank und Anerkennung« aus. Hermann Früholz übernahm nun den
Kommandanten- posten, während Karl Strauß Stellvertreter wurde.
1936 kam eine Neueinteilung der gesamten Wehr. Steinheim hatte 1 Löschzug mit 35 Mann und 2 Löschtrupps mit je 9 Mann, also insgesamt 53 Mann. Dienstgrade waren: 1 Oberbrandmeister, 1 Brandmeister, 5 Löschmeister, 6
Ober- feuerwehrmänner, 40 Feuerwehrmänner.
Sontheim war der Steinheimer Wehr unterstellt und bildete einen Halbzug mit insgesamt
27 Mann. Dienstgrade: 1 Brandmeister, 3 Löschmeister, 3 Oberfeuerwehrmänner, 20
Feuerwehrmänner.
In den Teilorten wurden Pflichtabteilungen gegründet. Sämtliche Männer, die tauglich waren, hatten vom 18. bis zum 60. Jahr Dienst zu tun. 1936 wurde, laut Gesetz, die
Freiwillige Feuerwehr ins Vereinsregister als eingetragener Verein eingeschrieben. Bereits 1940 wurden weitere Anschaffungen gemacht, und 1941 kamen 5 Kübelspritzen und 300 m C-Schläuche dazu.
Der 2. Weltkrieg brachte natürlich wiederum seine eigenen Gebote und Forderungen. So hatte nun jeder Dienst zu tun, der
Ortsansässig war. Dazu kamen noch die vielen Luftschutzverordnungen, die zu beachten waren. Hermann Früholz führte
- mit Unterbrechung - nach wie vor die Wehr. Diese wurde jedoch, wie allüberall, 1945 voll den
Amerikanern verboten, jedoch 1946 wieder erlaubt, wobei Paul Greß sen. das Kommando
Übernahm. 1947 wurde Ernst Maier zum Kommandanten ernannt und hatte Eugen Benz bzw. ab 1951 Eugen Wöger als Stellvertreter.
In diese Amtszeit fiel auch die Gründung des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim am 24. Juli 1949. Dem damaligen 1.
Kreisfeuerwehrausschuss gehörte von Steinheim Kommandant Ernst Maier an. 1947 war ein
Großbrand in Irmannsweiler und 1949 ein Dachstuhlbrand beim Wohnhaus Theuß in der
Pfarrstraße. Ab 1952 war die Alarmierung durch Sirenen in Steinheim möglich. 1952 wurde Paul Kölle zum stellvertretenden Kommandanten ernannt und 1953 zum Kommandanten
gewählt, zum Stellvertreter Wilhelm Strauß. In diesem Jahr waren auch drei Brände zu ver- zeichnen, und zwar am 24. April in Sontheim, am 9. Oktober in Küpfendorf das
landwirtschaftliche Anwesen Junginger und am 6. November die Schreinerei Braun in Steinheim.
Durch Initiative von Paul Kölle und mit Unterstützung der Firma
Weißbrod konnte am 1. April 1954 eine Werkfeuerwehr ins Leben gerufen werden. Diese Gruppe von 9 Mann wurde von der Firma
Weißbrod ausgerüstet und in die Steinheimer Feuerwehr eingegliedert. Als geschlossene Einheit war sie auch tagsüber am Ort einsatzbereit. Dies war für die Firma und für die Gesamtgemeinde von
großem Vorteil, da in dieser Zeit schon viele Feuerwehrmänner von Steinheim auswärts beschäftigt waren.
Hermann Früholz wurde 1954 auf Antrag des Kreisfeuerwehrinspektors Nothaft zum
Ehrenkommandanten der Steinheimer Feuerwehr ernannt.
Im Jahre 1958 wurde vom Gemeinderat eine Feuerwehrsatzung verabschiedet, welche unsere Feuerwehr wie folgt gliederte: Steinheim 3 Löschzüge mit je 2 Löschgruppen; 1 Löschgruppe
der Firma Weißbrod & Sohn: 1 Löschzug in Sontheim im Stubental mit 2 Löschgruppen.
Von 1961 bis 1980
Paul Kölle führte die
Steinheimer Wehr als Kommandant bis zu seinem Tode 1971. Er war auch im
Kreisfeuerwehrausschuß vertreten und wurde für seine ehrenamtliche Tätigkeit für
die Feuerwehr mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehren-Kreuz in Silber ausgezeichnet.
Im Jahre 1964 wurde Hermann Weißbrod aus Anlaß des 10jährigen Bestehens der
Werkfeuerwehrgruppe zum Ehrenmitglied der Steinheimer Feuerwehr ernannt.
Außer den Übungen und dem
Feuerwehrdienst wurden auch kameradschaftliche Kontakte geknüpft und gepflegt.
So fand 1969 das erste Treffen sämtlicher acht Steinheimer Feuerwehren des
Bundesgebietes in Steinheim am Main statt. Ab- wechselnd wurden diese Treffen
bei gegebenen Anlässen wiederholt, so 1971 in Steinheim/Memmingen, 1973 in
Steinheim/Murr, 1974 in Steinheim/Hessen und Steinheim/Dillingen, 1976 in
Steinheim/Westfalen und Steinheim/Neu-Ulm.
Im Jahre 1971 führten nach dem
Tod von Paul Kölle der damalige Stellvertreter Karl Früholz und der bereits
bestimmte Nachfolger des Kommandanten, Hans Maier, gemeinsam die Steinheimer
Wehr. Nachdem Söhnstetten im gleichen Jahr nach Steinheim eingemeindet wurde,
ist auch die Feuerwehrsatzung überarbeitet worden. Bei der ersten gemeinsamen
Hauptversammlung am 15. Januar 1972 wurde Hans Maier von Steinheim zum neuen
Kommandanten der Gesamtwehr gewählt. Der seit 1961 tätige Stellvertreter Karl
Früholz wurde ebenfalls in seinem Amt bestätigt. Wenige Monate später verstarb
im Mai 1972 Bürgermeister Manfred Bezler, der zu der Feuerwehr immer ein gutes
Verhältnis hatte. Ihm zu Ehren beschloß der Gemeinderat, dem Versammlungsraum im
neuen Rathaus die Bezeichnung »Manfred-Bezler-Saal« zu verleihen.
Die Werkfeuerwehrgruppe
Weißbrod wurde Anfang 1975 wegen Personalmangel und Reduzierung der Firma
aufgelöst. Vom 6. bis 8. Juni 1975 waren die Festlichkeiten der Einweihung des
neuen Rathauses zusammen mit dem Gerätehaus. In diesem Rahmen wurde auch der
»Steinheimer Tag« gefeiert. Alle Steinheimer Feuerwehren des ganzen
Bundesgebietes waren als Gäste in unserer Albuch- gemeinde. Auch die Feuerwehren
des Kreises Heidenheim sowie die örtlichen Vereine nahmen am Festzug und an den
Veranstaltungen im Festzelt auf dem Sportplatz teil. 1976 wurde Kommandant Hans
Maier in den Ausschuß des Kreis- feuerwehrverbandes Heidenheim gewählt und ist
dort bis heute noch tätig.
Im Jahre 1980 wurde der
Zugführer Paul Wannenwetsch für die Verdienste um die Steinheimer Wehr beim
Kreisfeuerwehrtag in Niederstotzingen mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in
Silber ausgezeichnet und 1981 zum Ehrenmit- glied ernannt. Paul Wannenwetsch war
während seiner 35jährigen Dienstzeit 30 Jahre Kassier und 20 Jahre
Schriftführer.
Die Geselligkeit und Pflege
der Kameradschaft kam in all den Jahren auch nicht zu kurz. Die jährlich
gemeinsam mit Sontheim durchgeführten Ausflüge, Kameradschaftsabende und
Familien-Grillnachmittage waren stets gut besucht.
Von 1985 bis Heute in Bearbeitung
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