Erinnerungen der Vertriebenen |
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Im 1. Obergeschoß zeigen die Vertriebenen aus Neudorf/Novosello ihre Sammlung. Im Jahre 1733/34 siedelten die ersten schwäbischen Kolonisten in der Batschka am Unterlauf der Donau. Die Mühen der Siedler machten aus öden, sumpfigen Flächen fruchtbares Ackerland. Der schwäbischen Sprache, den Sitten und Gebräuchen blieb der Ort mit seiner bäuerlichen Struktur stets treu. Beim Zusammenbruch der Donaumonarchie nach dem 1.Weltkrieg kam Neudorf zum neugegründeten Staat Jugoslawien, die Deutschen wurden zur Minderheit. 1945 mußten sie aus ihrem Heimatort fliehen und viele der Überlebenden kamen wieder nach Schwaben zurück, von wo ihre Vorfahren vor über 200 Jahren ausgewandert waren. Mit einer großen Anzahl von Schaustücken über den Ort, die Kirche, die Trachten und bäuerliches Gerät wird die Vergangenheit wieder lebendig. Die Heimatgemeinschaft Neudorf e.V. veranstaltet im zweijährigen Rythmus ihre Ortstreffen in Steinheim mit Trachten und Trachtentanzgruppen.
Im obersten Stockwerk der Heimatstube sind Erinnerungsstücke an Weindorf zusammengetragen. Sie berichten vom Leben und Handwerk des Dorfes in früherer Zeit. Weindorf, ungarisch Pilisborosjenö, liegt etwa 7km nordwestlich von Budapest. 1695 siedelten die ersten Deutschen in dem Dorf, das fortan seinen deutschen Namen trug. 1946 löste sich die Dorfgemeinschaft auf. 1268 Personen wurden nach Deutschland ausgewiesen. Für die heute in aller Welt lebenden Weindorfer hat die Gemeinde Steinheim im Jahr 1980 die Patenschaft übernommen.
Im Treppenaufgang finden sich einige Hinweise zu Kroisbach (Fertörakos/Ungarn). Die Gemeinde wird schon 1199 erstmals urkundlich erwähnt. Schon im Mittelalter siedelten Deutsche an den Ufern des Neusiedler Sees und immer wieder bis hinein ins 18. und 19.Jahrhundert kamen neue Siedler. Auch sie verloren am Ende des 2.Weltkriegs ihre Heimat mitsamt Hab und Gut. Die über 1000jährige Geschichte der friedlichen Besiedlung durch deutsche Bauern in Ungarn fand ein jähes Ende. |
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Letzte Änderung: durch Rolf Weber |
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