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Gemeinde Steinheim am Albuch

Nächste Sitzung

Oktober 2022

Nächste Begegnung

Hoffentlich! Mai-Markt in Steinheim; es wird eine große Gruppe erwartet.

Letzte Begegnung

Nikolausmarkt in Colombelles (siehe unten)

Franzosen zu Gast

Zwei Künstler zeigen ihre Arbeiten im Rathaus

Es ist viele Jahre her, dass der Steinheimer Architekt Karl Sanwald seine Bilder und Skizzen in der französischen Partnerstadt Colombelles ausstellte und dort große Beachtung gefunden hatte. Erstmals präsentieren jetzt zwei Künstler aus Colombelles und Umgebung Beispiele ihres Schaffens im Steinheimer Rathaus.

Zum Maimarkt-Wochenende reisen am Donnerstag, den 12. Mai, etwa 25 Colombeller auf den Albuch. Es ist dies die erste große Begegnung seit der zweijährigen Kontaktsperre wegen der Corona-Pandemie. Sie treffen am Abend im Rathaus nach einem kleinen Empfang auf ihre Gastgeber.

Für die Franzosen, die Sonntagfrüh (15. Mai) wieder Richtung Normandie aufbrechen, hat das Partnerschaftskomitee unter seiner Präsidentin Erika Edler ein attraktives Besuchsprogramm zusammengestellt. Der Besuch auf dem Maimarkt ist fester Bestandteil, ebenso das nachmittägliche Treffen im Zehntstadel bei Kaffee und Schwarzwälder Kirschtorte.

Einer der Höhepunkte ist am Freitag der Besuch des Tiefen Stollens in Wasseralfingen sowie die Besichtigung des Explorhino in Aalen. Für 18 Uhr ist im Rathaus Steinheim dann die Ausstellungseröffnung mit Vernissage und danach im Manfred-Bezler-Saal ein Abendessen für die Colombeller und ihre Gastgeber geplant.

Am Freitagvormittag wird diese Ausstellung im Rathaus aufgebaut. Florent Lustière (42) aus Colombelles und Alain Letouzé (57) präsentieren eine Auswahl ihrer Kunstwerke. Beide sind passionierte Kunstschaffende. Ersterer machte seine ersten Gehversuche mit sechs Jahren an der Staffelei, malt also auch auf Leinwand und hat Erfolg in der künstlerischen Bearbeitung von Glas und auch Holz. Letouzé arbeitete zunächst mit Pastellfarben und heute in Öl, wobei sehr wohl auch Abstraktionen neben gegenständlicher Darstellung das Ergebnis sind.

Die Ausstellung ist am Samstag, 14. Mai, vormittags und ansonsten während der üblichen Sprechzeiten im Rathaus Steinheim bei freiem Eintritt bis Anfang Juni zugänglich.  kdk

Alfred Mahlau hört als Vize im Komitee auf

Bleibende Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft und den Sport

Januar 2022 Ein in vielen Ehrenämtern bewährter Steinheimer feierte seinen 80. Geburtstag und dies wegen der Covid19-Einschränkungen nur im kleinsten Rahmen: Alfred Mahlau. In seinem aktiven Berufsleben war er als Geometer unterwegs und kannte sich in der Nachfolge von Eberhard Stabenow in Steinheim, Gerstetten und Königsbronn aller bestens aus. Zuständig war er als Vermessungsingenieur aber auch für Sondervermessungen. In jene Zeit fiel auch die Modernisierung des Vermessungswesens, das sogar die Kontakte zu Satelliten zu nutzen begann.

Der in Westpreußen geborene Mahlau kam mit seinen Angehörigen 1946 in die Bundesrepublik, verbrachte seine Kindheit in Schleswig-Holstein auf einem Bauernhof und nennt die Zeit „durchaus glücklich, auch wenn die Zeiten damals andere waren und vieles sehr einfach und sparsam gewesen ist“.

Für ihn war klar, in einer neuen Heimat könne nur Fuß fassen, wer sich dort auch engagiere – vornehmlich in den Vereinen. Sein Weg nach dem Umzug nach Steinheim führte in den Turnverein, der ihn längst zum Ehrenmitglied ernannt hat. Als Pressereferent und Mann mit der Kamera hielt er die Vereinsaktivitäten fest, brachte 20 Jahre lang eine Mitglieder-Zeitung heraus und war zehn Jahre als lizensierter Jugendtrainer äußerst erfolgreich. 25 Jahre leitete er den Stützpunkt für die Sportabzeichen-Prüfungen. Und über den Fußball kam die Partnerschaft mit Colombelles in die Gänge und wurde später auf die Leichtathleten des TV Steinheim ausgeweitet.

Alfred Mahlau, der in Ermangelung entsprechender Kurse nie schwäbisch lernte oder spricht, setzte sich mit 43 Jahren auf den Hosenboden und paukte zusammen mit seiner Ehefrau Edith Französisch. Und das hatte mit der sich anbahnenden Partnerschaft zu tun. Mehrfach organisierte Mahlau für das Partnerschaftskomitee, die Gemeinde Steinheim oder die Seniorenakademie Reisen nach Frankreich und in die Normandie. Auch im Komitee war man froh über Mahlaus Organisationstalent. Dort war er auch lange Jahre Vize-Präsident. Ein Amt, das er bei dem kleinen Geburtstagsempfang in jüngere Hände legte und Klaus-Dieter Kirschner als Nachfolger viel Erfolg wünschte.

Die Präsidentin des Komitees, Erika Edler, würdigte im Beisein ihres Vorgängers Martin Neuner das Multitalent Alfred: „Von Anfang an hast Du die Freundschaft zu Colombelles geprägt – über den Fußball und dann mit den Leichtathleten und die verschiedenen Läufe, an den Alfred aktiv mitgelaufen war… Ganz ehrlich: Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass das jetzt alles aufhören soll. Mir waren Deine Erfahrungen und Deine Einschätzungen der Situation immer sehr wichtig.“ Gewürdigt wurden die Jahre in der Rolle als Vize-Vorsitzender und auch Mahlaus Engagement, als Martin Neuner krankheitsbedingt geraume Zeit nicht das Komitee leiten konnte. Als Einkäufer habe Mahlau in all den Jahren in Steinheim für den Nikolaus-Markt in Colombelles, und in Colombelles für den Marktstand auf dem Steinheimer Advents-Wochenmarkt gewusst, was Deutsche bzw. Franzosen am Liebsten auf dem Teller haben möchten. Der Dank galt aber auch Mahlaus Einsatz für die Darstellung der deutsch-französischen Partnerschaft auf der Homepage.

Apropos Homepage: Alfred Mahlau gehörte zu jenen Leuten der ersten Stunden, die für die Albuchgemeinde vor vielen Jahren eine (erste) Homepage entwickelten und damals eine preiswürdige und folglich auch ausgezeichnete Arbeit ablieferten. Und an der Senioren-Akademie nahm Mahlau den Kursteilnehmern die Furcht vor Exel, Word oder Bildbearbeitung. Also den Umgang mit Laptop oder Computer. kdk

Colombelles: Abschied von Eva Friedrich

Januar 2022 Nur drei Jahre überlebte Eva Friedrich ihren Ehemann Paul: Die „Mutter“ der deutsch-französischen Partnerschaft zwischen Colombelles und Steinheim wurde 88 Jahre alt. In Jugoslawien geboren, kam Eva Friedrich infolge Vertreibung in die Normandie und blieb dort. Ihr Ehemann Paul, 1925 in der Nähe von Dessau geboren, war während des Zweiten Weltkriegs erst in amerikanische und dann in französische Kriegsgefangenschaft geraten und dann in der Gegend von Caen sesshaft geworden.

Er arbeitete als Werkselektriker im Stahlwerk Colombelles, während seine spätere Frau in der Werkskantine für das leibliche Wohl der Beschäftigten sorgte. Da beide sehr gut Deutsch sprachen, waren sie vielfach als Dolmetscher gefragt.

1959 waren sie Wegbereiter der „Verschwisterung“ von Caen mit Würzburg. 1986 wurden sie wieder als „Geburtshelfer“ gebraucht, als nach entsprechenden Aktivitäten des Turnvereins Steinheim in Colombelles einer Partnerschaft mit Steinheim nichts mehr im Wege stand. Gründungspräsident des Partnerschaftskomitees war Jean-Michel Boineu, den Paul Friedrich „beerbte“. Seine Frau Eva trat als „Normande“ mit einer Trachtengruppe bei einem der Maimärkte in Steinheim auf und war bis zuletzt immer dann dabei, wenn Colombeller im Meteorkrater Steinheim weilten.

Auf die Todesnachricht reagierten das Partnerschaftskomitee unter Präsidentin Erika Edler wie auch das offizielle Steinheim unter Bürgermeister Holger Weise mit großer Betroffenheit und versicherten den Colombeller Freunden die herzliche Anteilnahme. kdk               

   

          

Nikolaus in Colombelles - Wiedersehen in schwierigen Zeiten

Dezember 2021 Eine kleine Delegation, angeführt von Erika Edler, der Präsidentin des Partnerschaftskomitees, war am Nikolaus-Wochenende in der nordfranzösischen Partnerstadt Colombelles, um mit Erzeugnissen von der Ostalb auf dem dortigen Nikolausmarkt die Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen.

Nachdem letztes Jahr dieser Markt ausgefallen war, waren es diesmal spannende Begegnungen, die auch der Vorbereitung des Besuchs der Franzosen beim Maimarkt 2022 in Steinheim dienten. Viel hatte man sich zu erzählen. Hüben wie drüben leiden die Menschen unter der Corona-Pandemie und doch wurde dieses Wiedersehen sehnlichst erwartet. Letztes Jahr fielen ja auch die anderen deutsch-französischen Begegnungen in Sorge vor einer möglichen Ansteckung aus.

Die Gastgeber hatten alles unternommen, um in einem dichten Programm noch etwas von Land und Leuten in der Normandie zu zeigen. In der katholischen Pfarrkirche zog eine Krippenausstellung die Blicke der deutschen wie der französischen Besucher auf sich. In Caen wurden Skulpturen eines Künstlers bestaunt, der Katzen aus seiner Sicht abgebildet hat.

Besondere Aufmerksamkeit aber verdiente die Manufaktur zur Herstellung von Madeleines. Das 1850 gegründete Unternehmen ist neu in Colombelles, nach dem es in der Nachbarstadt Caen bittere Jahre mit mehrfachem Bankrott hinter sich hat. Der 88-jährige André Reol kaufte den Betrieb auf. 25 Mitarbeiter sind es jetzt, die am Tag im Einschichtbetrieb fünf Tonnen dieses süßen Backwerks herstellen. kdk

http://www.steinheim.com//gemeinde-info/partnerschaft-mit-colombelles/aktuelles