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Gemeinde Steinheim am Albuch

Alfred Mahlau hört als Vize im Komitee auf

Bleibende Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft und den Sport

Ein in vielen Ehrenämtern bewährter Steinheimer feierte seinen 80. Geburtstag und dies wegen der Covid19-Einschränkungen nur im kleinsten Rahmen: Alfred Mahlau. In seinem aktiven Berufsleben war er als Geometer unterwegs und kannte sich in der Nachfolge von Eberhard Stabenow in Steinheim, Gerstetten und Königsbronn aller bestens aus. Zuständig war er als Vermessungsingenieur aber auch für Sondervermessungen. In jene Zeit fiel auch die Modernisierung des Vermessungswesens, das sogar die Kontakte zu Satelliten zu nutzen begann.

Der in Westpreußen geborene Mahlau kam mit seinen Angehörigen 1946 in die Bundesrepublik, verbrachte seine Kindheit in Schleswig-Holstein auf einem Bauernhof und nennt die Zeit „durchaus glücklich, auch wenn die Zeiten damals andere waren und vieles sehr einfach und sparsam gewesen ist“.

Für ihn war klar, in einer neuen Heimat könne nur Fuß fassen, wer sich dort auch engagiere – vornehmlich in den Vereinen. Sein Weg nach dem Umzug nach Steinheim führte in den Turnverein, der ihn längst zum Ehrenmitglied ernannt hat. Als Pressereferent und Mann mit der Kamera hielt er die Vereinsaktivitäten fest, brachte 20 Jahre lang eine Mitglieder-Zeitung heraus und war zehn Jahre als lizensierter Jugendtrainer äußerst erfolgreich. 25 Jahre leitete er den Stützpunkt für die Sportabzeichen-Prüfungen. Und über den Fußball kam die Partnerschaft mit Colombelles in die Gänge und wurde später auf die Leichtathleten des TV Steinheim ausgeweitet.

Alfred Mahlau, der in Ermangelung entsprechender Kurse nie schwäbisch lernte oder spricht, setzte sich mit 43 Jahren auf den Hosenboden und paukte zusammen mit seiner Ehefrau Edith Französisch. Und das hatte mit der sich anbahnenden Partnerschaft zu tun. Mehrfach organisierte Mahlau für das Partnerschaftskomitee, die Gemeinde Steinheim oder die Seniorenakademie Reisen nach Frankreich und in die Normandie. Auch im Komitee war man froh über Mahlaus Organisationstalent. Dort war er auch lange Jahre Vize-Präsident. Ein Amt, das er bei dem kleinen Geburtstagsempfang in jüngere Hände legte und Klaus-Dieter Kirschner als Nachfolger viel Erfolg wünschte.

Die Präsidentin des Komitees, Erika Edler, würdigte im Beisein ihres Vorgängers Martin Neuner das Multitalent Alfred: „Von Anfang an hast Du die Freundschaft zu Colombelles geprägt – über den Fußball und dann mit den Leichtathleten und die verschiedenen Läufe, an den Alfred aktiv mitgelaufen war… Ganz ehrlich: Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass das jetzt alles aufhören soll. Mir waren Deine Erfahrungen und Deine Einschätzungen der Situation immer sehr wichtig.“ Gewürdigt wurden die Jahre in der Rolle als Vize-Vorsitzender und auch Mahlaus Engagement, als Martin Neuner krankheitsbedingt geraume Zeit nicht das Komitee leiten konnte. Als Einkäufer habe Mahlau in all den Jahren in Steinheim für den Nikolaus-Markt in Colombelles, und in Colombelles für den Marktstand auf dem Steinheimer Advents-Wochenmarkt gewusst, was Deutsche bzw. Franzosen am Liebsten auf dem Teller haben möchten. Der Dank galt aber auch Mahlaus Einsatz für die Darstellung der deutsch-französischen Partnerschaft auf der Homepage.

Apropos Homepage: Alfred Mahlau gehörte zu jenen Leuten der ersten Stunden, die für die Albuchgemeinde vor vielen Jahren eine (erste) Homepage entwickelten und damals eine preiswürdige und folglich auch ausgezeichnete Arbeit ablieferten. Und an der Senioren-Akademie nahm Mahlau den Kursteilnehmern die Furcht vor Exel, Word oder Bildbearbeitung. Also den Umgang mit Laptop oder Computer.                                                                  

kdk

Colombelles: Abschied von Eva Friedrich

Nur drei Jahre überlebte Eva Friedrich ihren Ehemann Paul: Die „Mutter“ der deutsch-französischen Partnerschaft zwischen Colombelles und Steinheim wurde 88 Jahre alt. In Jugoslawien geboren, kam Eva Friedrich infolge Vertreibung in die Normandie und blieb dort. Ihr Ehemann Paul, 1925 in der Nähe von Dessau geboren, war während des Zweiten Weltkriegs erst in amerikanische und dann in französische Kriegsgefangenschaft geraten und dann in der Gegend von Caen sesshaft geworden.

Er arbeitete als Werkselektriker im Stahlwerk Colombelles, während seine spätere Frau in der Werkskantine für das leibliche Wohl der Beschäftigten sorgte. Da beide sehr gut Deutsch sprachen, waren sie vielfach als Dolmetscher gefragt.

1959 waren sie Wegbereiter der „Verschwisterung“ von Caen mit Würzburg. 1986 wurden sie wieder als „Geburtshelfer“ gebraucht, als nach entsprechenden Aktivitäten des Turnvereins Steinheim in Colombelles einer Partnerschaft mit Steinheim nichts mehr im Wege stand. Gründungspräsident des Partnerschaftskomitees war Jean-Michel Boineu, den Paul Friedrich „beerbte“. Seine Frau Eva trat als „Normande“ mit einer Trachtengruppe bei einem der Maimärkte in Steinheim auf und war bis zuletzt immer dann dabei, wenn Colombeller im Meteorkrater Steinheim weilten.

Auf die Todesnachricht reagierten das Partnerschaftskomitee unter Präsidentin Erika Edler wie auch das offizielle Steinheim unter Bürgermeister Holger Weise mit großer Betroffenheit und versicherten den Colombeller Freunden die herzliche Anteilnahme.               

kdk

 

          

Nikolaus in Colombelles - Wiedersehen in schwierigen Zeiten

Eine kleine Delegation, angeführt von Erika Edler, der Präsidentin des Partnerschaftskomitees, war am Nikolaus-Wochenende in der nordfranzösischen Partnerstadt Colombelles, um mit Erzeugnissen von der Ostalb auf dem dortigen Nikolausmarkt die Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen.

Nachdem letztes Jahr dieser Markt ausgefallen war, waren es diesmal spannende Begegnungen, die auch der Vorbereitung des Besuchs der Franzosen beim Maimarkt 2022 in Steinheim dienten. Viel hatte man sich zu erzählen. Hüben wie drüben leiden die Menschen unter der Corona-Pandemie und doch wurde dieses Wiedersehen sehnlichst erwartet. Letztes Jahr fielen ja auch die anderen deutsch-französischen Begegnungen in Sorge vor einer möglichen Ansteckung aus.

Die Gastgeber hatten alles unternommen, um in einem dichten Programm noch etwas von Land und Leuten in der Normandie zu zeigen. In der katholischen Pfarrkirche zog eine Krippenausstellung die Blicke der deutschen wie der französischen Besucher auf sich. In Caen wurden Skulpturen eines Künstlers bestaunt, der Katzen aus seiner Sicht abgebildet hat.

Besondere Aufmerksamkeit aber verdiente die Manufaktur zur Herstellung von Madeleines. Das 1850 gegründete Unternehmen ist neu in Colombelles, nach dem es in der Nachbarstadt Caen bittere Jahre mit mehrfachem Bankrott hinter sich hat. Der 88-jährige André Reol kaufte den Betrieb auf. 25 Mitarbeiter sind es jetzt, die am Tag im Einschichtbetrieb fünf Tonnen dieses süßen Backwerks herstellen.                         

Klaus-Dieter Kirschner

Ausstellung über Freundschaft zwischen den Völkern

Ein eigener Raum für die Jumelage zwischen Steinheim und Colombelles

Wie der Verschwisterung von Colombelles und Steinheim vor nunmehr 35 Jahren ein Gesicht geben? Neben dem Sitzungssaal des Gemeinderats im Steinheimer Rathaus entstand im Zuge von Umbauarbeiten ein Besprechungszimmer. Aus dem bisherigen wurden Büroräume. In diesem Raum wurde nun der „Salle de Colombelles“ verwirklicht.

Im Zuge der umfangreichen Arbeiten des ehrenamtlichen Archivteams wurden zahlreiche Devotionalien aus dem Keller des Rathauses zusammengetragen, die nicht länger der Bürgerschaft vorenthalten bleiben sollten. Es handelt sich um Gastgeschenke der Colombeller, die sie bei unterschiedlichen Anlässen mitgebracht und überreicht haben.

Ergänzt wurde die Ausstellung durch jene Fahne, die zum 30jährigen Bestehen der Partnerschaft gestaltet wurde und neben den Farben von Deutschland und Frankreich auch die von Europa sowie die Wappen von Steinheim und Colombelles zeigt.

Schließlich kann ein gallischer Hahn bestaunt werden, der in manchen Gegenden der Normandie die Dachspitze der Häuser ziert. Eine reichbemalte Milchkanne erinnert an die landwirtschaftlichen Betriebe, die es noch zuhauf in der Normandie gibt. Verschiedene Bilder sind richtig schöne Arbeiten aus dem Genre Kunsthandwerk.

In Bild und Text sind außerdem Ereignisse festgehalten, die auf die florierende Städtefreundschaft aufmerksam machen. Blickfang ist außerdem jenes Puzzle, das vor fünf Jahren in der Albuchhalle beim 30. Geburtstag der Jumelage gelegt wurde. Auf alle schaut von der Wand „Marianne“, die Nationalheilige Frankreichs auf den Sitzungstisch. Sie hat übrigens in Frankreich in jedem Rathaus einen besonderen Platz.

Die Ausstellung ist so angelegt, dass sie jederzeit ergänzt werden kann. Und die vorhandene Uhr aus Colombelles verbindet sich mit  dem Wunsch der Franzosen: Steinheim möge nur glückliche Stunden erleben.

Bürgermeister Holger Weise und Hauptamtsleiterin Beate Jung klopften den drei „Dekorateuren“ Stefan Kirchknopf und Klaus-Dieter Kirschner sowie dem Hausmeister Thomas Schneider für die Gestaltung der Dauerausstellung anerkennend auf die Schultern. Erika Edler, seit 2015 Präsidentin des Komitees, äußerte sich begeistert von der Raumgestaltung. Hier könne nacherlebt haben, was die Steinheimer und die Franzosen bei vielen freundschaftlichen Begegnungen alles erlebt haben – trotz der 930 Kilometer zwischen beiden Orten. Schade, dass diesmal an Mai-Markt wegen Corona kein Wiedersehen gefeiert werden kann.        

kdk

Wiedersehen nur am Bildschirm

Colombelles betrauert zwei Corona-Tote

Steinheim/Colombelles. Eigentlich wäre eine größere Gruppe aus Steinheim übers Nikolaus-Wochenende in der nordfranzösischen Partnerstadt Colombelles auf dem Nikolaus-Markt gewesen und hätte dort Produkte aus Steinheim und Umgebung verkauft. Dieses Ereignis fiel diesmal der verheerenden Corona-Lage in Frankreich zum Opfer.

Es war die Idee der Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees, Erika Edler, wenigstens am Bildschirm Wiedersehen zu feiern und sich gute Wünsche zu Weihnachten und für ein hoffentlich Corona-freies Jahr 2021 zuzurufen. Die Freude war allen Konferenzteilnehmern anzumerken. Aber auch die Trauer um zwei betagte Colombeller, die Opfer der Pandemie geworden waren. Gegenseitig wurden alle aufgemuntert und irgendwie die Vorfreude auf ein hoffentlich gesundes Wiedersehen im kommenden Jahr geweckt.

Die sehr strengen Maßnahmen in Frankreich sind wieder ein bisschen gelockert worden. Im November durften die Franzosen ihr Haus nur aus triftigen Gründen für eine Stunde am Tag und in einem Umkreis von einem Kilometer verlassen.  Jetzt sind es drei Stunden und 20 km Umkreis. Auch zu Weihnachten gelten strengere Beschränkungen: nur fünf Personen dürfen zusammenkommen.

Die täglichen Fallzahlen haben sich von bis zu 60.000 im Oktober (für ganz Frankreich) auf knapp 13.000 am 6. Dezember reduziert.

Es gibt auch Positives zu berichten. Ein Austausch von Briefen der dritten Klassen der Steinheimer Hillerschule mit den entsprechenden Klassen der Grundschule Henri Sellier in Colombelles auf Initiative einer Colombeller Grundschullehrerin, die auf diese Weise ihre guten Deutschkenntnisse pflegen möchte.                                      

kdk

Eric Gaillard aus Colombelles auf dem Albuch

Der frühere Vize-Bürgermeister für Sport in Colombelles, Eric Gaillard, besuchte zusammen mit seiner Frau Michèle Steinheim und war ganz angetan von den Möglichkeiten, die hier Radsportler vorfinden.

Während seines aktiven Berufslebens als Finanzchef eines Berufsschulzentrums konnte Gaillard nie an den Reisen nach Steinheim teilnehmen. Das ändert sich jetzt mit dem Abschied aus dem Berufsleben. Bei der Kommunalwahl in diesem Jahr in Colombelles trat Gaillard nicht mehr an, will aber weiter – wie bisher schon – mit Tatkraft diese Jumelage zwischen Steinheim und der aufstrebenden Kleinstadt in der Normandie unterstützen.

Das nächste Mal wolle er, Mitglied im Fahrrad-Club Colombelles, mit dem Fahrrad nach Steinheim kommen. Für kommendes Jahr ist übrigens eine Fernfahrt mit dem Velo von Steinheimer Pedalrittern nach Colombelles in der Planung.

 Seit 2016, dem Jahr als der 30. Geburtstag der Partnerschaft gefeiert wurde, sind die Gaillards mit Tamara Luckas und Alexander Stöckle befreundet und nutzten nun die Sommerferien für einen längst überfälligen Besuch auf dem Albuch. Ein Besuch im Meteorkrater-Museum in Sontheim im Stubental war natürlich Pflicht.

Erika Edler, die Präsidentin des Partnerschaftskomitees, empfing die Gäste und zeigte sich besorgt über die Corona-Pandemie, die in diesem Jahr viele Aktivitäten der Vereine und Begegnungen größeren Umfangs mit Colombelles unmöglich machte. Noch ist nicht entschieden, ob im Dezember in Colombelles Nikolaus-Markt sein wird und dorthin – wie all die Jahre - dann eine Delegation aus Steinheim mit regionalen Köstlichkeiten vom Albuch im Gepäck reisen kann.

Klaus-Dieter Kirschner

Hoffen auf Erleichterung

Corona: Videokonferenz statt Maimarkt 2020

Eigentlich sollte ja Steinheim am Maimarkt-Wochenende ganz im Zeichen deutsch-französischer Freundschaft stehen. Eine 30-köpfige Reisegruppe wäre aus der Normandie auf die Ostalb gekommen und im Steinheimer Rathaus hätte es eine Ausstellung zweier Colombeller Künstler gegeben.

All das fiel Corona und dem momentanen Versammlungs- und auch Reiseverbot zum Opfer. Am Donnerstagabend hätte das Wiedersehen seinen Anfang genommen. Zu dem Zeitpunkt schalteten sich Mitglieder der Partnerschaftskomitees Steinheim und Colombelles per Video-Konferenz zusammen und stießen mit einem Calvados oder Cidre an und wünschten sich Gesundheit. Die Colombeller hatten sich tatsächlich vom Weihnachtsmarkt ein Steinheimer Klosterbier bzw. Söhnstetter Weizen für dieses Prosit aufgehoben.

Es gab viel zu erzählen. Im Gegensatz zu anderen Teilen Frankreichs ist die Normandie nicht so heftig von dem Virus betroffen. Die Franzosen freuten sich mit den Steinheimern, dass in Deutschland nun Lockerungen für die Bürger eintreten. In Frankreich würden am 11. Mai Lockerungen erwartet. Der Schulunterricht würde wieder aufgenommen und starte zunächst für die jüngsten Kinder. Damit würden vor allem Mütter entlastet, die wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren wollen.

Coronabedingt konnte sich der Colombeller Stadtrat nach der Kommunalwahl noch nicht zur konstituierenden Sitzung treffen. Der amtierende Bürgermeister Marc Pottier hält den „alten“ und den noch nicht vereidigten neuen Gemeinderat über wesentliche Verwaltungsvorgänge auf dem Laufenden und rechnet damit, dass im Juni das neue Gremium erstmals tagen kann und er dann als Bürgermeister wiedergewählt werde.

Die Ausgangsbeschränkungen sind wesentlich härter als in manchen Gegenden Deutschlands. Der Bewegungsspielraum ist auf einen Kilometer rund um Wohnung oder Haus begrenzt: kein ausgedehnter Spaziergang mehr oder ein Bummel am Strand der nahen Landungsküste. Wer es dennoch wagt, zahlt empfindliche Strafen, die bei 135 Euro beginnen und weit über tausend Euro (bei Wiederholungstätern) reichen. Geduldet sind Einkäufe, Arztbesuche, Besuche bei alten Angehörigen und das Gassi gehen mit dem Hund.

Die Regierung in Paris hat ab dem 11.Mai die Ausgangsbeschränkungen reduziert und somit den Aktionsradius der Bürger deutlich vergrößert. Reisen nach Deutschland sind weiter nicht möglich.

Klaus-Dieter Kirschner

Günter Bartel hat viel bewegt

Dankurkunde für Wegbereiter der Partnerschaft mit Colombelles

Der erste Präsident des Partnerschaftskomitees und frühere Lehrer Günter Bartel wurde kürzlich durch seine Nach-Nachfolgerin Erika Edler in den Ruhestand verabschiedet. Bei der jüngsten Sitzung des Komitees, kurz bevor wegen Corona alle Versammlungen verboten wurden, ging es außerdem um eine deutsch-französische Gemäldeausstellung im Rathaus und um die Aktivitäten am Maimarkt.

Inzwischen wurde seitens der Gemeinde der Maimarkt abgesagt, zu dem traditionell eine große Delegation aus der Normandie auf den Albuch kommt. Die Franzosen haben ihrerseits diese Reise inzwischen aufgrund vieler Unwägbarkeiten gecancelt. Das bedeutet auch, dass es eines neuen Termins für die Gemäldeausstellung bedarf.

In Steinheims französischer Partnerstadt Colombelles waren in den letzten Tagen die Augen gespannt auf den Ausgang der Kommunalwahlen gerichtet. Die Liste Union de la Gauche, kandidierte als einzige und wird von Bürgermeister Marc Pottier angeführt. Wegen Corona war die Wahlbeteiligung erschreckend gering. Die Liste Pottier bekam  aber  etwas über 66 Prozent Zustimmung. Pottier wird also weiter Bürgermeister bleiben.

Allerdings ist wegen der Corona bedingten Ausgangssperre in Frankreich derzeit nicht absehbar, wann das neue Kommunalparlament konstituierende Sitzung haben wird und der neue (alte) Bürgermeister vereidigt werden kann. Bis dahin amtiert das bisherige Gremium in seiner bisherigen Zusammensetzung weiter.

Bei Franzosen wie bei Deutschen gleichermaßen beliebt ist der Gründungspräsident des (Steinheimer) Partnerschaftskomitees, Günter Bartel. Deshalb konnte Erika Edler bei der Verabschiedung auch die herzlichsten Grüße aus Colombelles ausrichten. In ihrer Laudatio blendete sie zurück auf die Anfänge der Verschwisterung zwischen Steinheim und Colombelles. Es waren schwierige Zeiten, die Wunden des Krieges schmerzten noch immer. Auf sehr feine Art habe Bartel die Begegnungen und Veranstaltungen moderiert und dabei stets die richtigen Worte gefunden bei dem anfänglich schwierigen Verhältnis zwischen beiden Völkern.

Seit 33 Jahren gibt es dieses Partnerschaftskomitee, dessen erster Vorsitzender Günter Bartel wurde. Ihm folgte 1992 Martin Neuner. Erika Edler bescheinigte Bartel „viel Geschick und Einfühlungsvermögen in den ersten Jahren dieser Jumelage“. Colombelles damaliger Bürgermeister Marie Petitpas habe Bartels angenehme Art sehr geschätzt und so sei Bartel mehr als nur Sprachmittler zwischen Petitpas und seinem Steinheimer Gegenüber Dieter Eisele gewesen. Dem Mann der ersten Stunde der deutsch-französischen Aussöhnung galt viel Beifall. Bürgermeister Holger Weise überreichte zusammen mit Erika Edler einen Geschenkkorb und die Dankurkunde der Gemeinde.

Der Vielgelobte gab sich bescheiden, dankte ganz gerührt für die Laudatio und ermunterte die Komitee-mitglieder auch in schwierigen Zeiten sich beherzt dieser Städtepartnerschaft zu widmen. Günter Bartel versicherte, weiter dieser Arbeit verbunden zu bleiben.                                                       

Klaus-Dieter Kirschner

Heimaterde aus vier Ländern für eine Eiche

Colombelles weiht den “Jardin de la Paix” ein. 70 Steinheimer bei der Einweihung dabei.

Ursprünglich sollte mit der Neugestaltung der Gedenkstätte für die Kriegstoten in Steinheims französischer Partnergemeinde Colombelles im Spätjahr 2017 eingeweiht werden. Aber bis dahin konnten verschiedene Arbeiten nicht ausgeführt werden. So bestätigte sich einmal mehr das Sprichwort: Gut Ding will Weile haben. Gefeiert wurde nun am 18.Juni- mit großem Programm.

Sichtlich Spaß hat es den Oberhäuptern aus Colombelles (Frankreich), Steinheim (Deutschland), Kornaka (Niger) und Novaci (Nord-Mazedonien) gemacht, als sie in einem großen Bottich die Erde aus den vier Kommunen angerührt und damit die Baumgrube einer schon im März 2019 gepflanzten Eiche im Jardin de la Paix aufgefüllt haben. Mit diesem Garten des Friedens wie auch mit dem 2017 eingeweihten (internationalen) Denkmal für die Gefallenen der Kriege hat Colombelles ein Alleinstellungsmerkmal in Frankreich. Wie berichtet, waren damals Stelen mit den Namen der Kriegstoten aus den vier Kommunen enthüllt worden.

Vor etwas mehr als 250 Personen wurden eben an dieser Gedenkstätte Blumengebinde zu den Klängen des Tattoo und der Nationalhymnen niedergelegt. Die Veteranen senkten ihre mitgebrachten Fahnen. Grundsätzliche Reden zum Thema Erinnern, Krieg und Frieden hielten die Bürgermeister Marc Pottier (Colombelles) und Holger Weise (Steinheim). Da die Erlebnisgeneration der Kriege aussterbe, sei es an allen Nachfahren, niemals zu vergessen, welche Folgen ein Krieg für die Zivilbevölkerung wie für die Kriegsparteien habe. Immer wieder müsse man sich die Ereignisse vor Augen führen und alles unternehmen, dass nie wieder Krieg ausbreche, mahnte Pottier.

Holger Weise nannte die Einweihung des Jardin de la Paix „ein großes Ereignis in der Geschichte Colombelles“ und ein Sinnbild „für Freundschaft und Frieden in Europa“: „Frieden ist ein hohes Gut, das wir, die Nachkriegsgeneration mit Sicherheit nicht hoch genug schätzen, weil für uns der Frieden ein Normalzustand ist.“ Die Skulptur der Sägebrüder Martin und Winfried Breunig, die die Entstehungsgeschichte des Steinheimer Beckens erzählt, möge immer an Steinheim erinnern, wünschte Weise.

Erst vor 33 Jahren sei die Partnerschaft zwischen Colombelles und Steinheim besiegelt worden, sagte Weise und freute sich, dass diese Partnerschaft auf breiter Basis von Bürgern und Vereinen getragen werde. Es könne aber auch noch mehr getan werden. Entsprechende Gespräche würden geführt. Besonders wünscht sich Weise wieder einen Schüleraustausch, der bislang an den unterschiedlichen Schulsystemen krankte und neuerdings beeinträchtigt wird, weil Colombelles seine weiterführenden Schulen verloren hat. Deshalb freute es Weise besonders, dass unter der Leitung von Frank Raudies etwa 20 Hillerschüler mit nach Colombelles gekommen waren. Und das trotz Pfingstferien.

Klassen der Grundschule Colombelles und die Hillerschüler trugen dann bepflanzte Blumentöpfe und kleine Kunstwerke in den Garten des Friedens. Die bemalten Pflastersteine werden allerdings noch in ein Betonbett verlegt, damit sie ja keiner als Argumentationsmittel bei Demonstrationen verwenden kann.

Bei der einwöchigen Rundreise durch die Normandie wurde zunächst die Landungsküste besucht. Der weltberühmte Teppich, der die Geschichte des Nationalhelden Wilhelm der Eroberer erzählt, wurde in Bayeux bestaunt. Eine Tagestour führte zum Mont Saint Michel, einem von Touristen voll in Beschlag genommenen Wallfahrtsberg, der bei Flut vom Meer umtost ist. Die Deutsch-Französin Andrea Hippe führte die Vielgereisten an die Blumenküste nach Honfleur und Deauville und in die dem Gedenken an auf See gebliebenen Seefahrern gewidmete Wallfahrtskirche Notre Dame de Grace.

Erika Edler, die Präsidentin des Partnerschaftskomitees, und ihr Stellvertreter Alfred Mahlau hatten eineinhalb Jahre lang diese Tour vorbereitet. Insgesamt wurden 2600 Kilometer im Bus zurückgelegt.

   
http://www.steinheim.com//gemeinde-info/partnerschaft-mit-colombelles/aktuelles