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Söhnstetter Farben noch heute im Wind

Artikel vom 30.11.2020

Mit einer Feier in kleinem Rahmen gedachten geladene Gäste an die Volksabstimmung in Söhnstetten, die der „Hochzeit“ mit Steinheim vorausging

Goldene Hochzeit in der Seeberghalle und die Zahl der Festgäste war mehr als bescheiden. Die Corona-Pandemie war schuld. Am ersten Advent waren es exakt 50 Jahre her, dass die Söhnstetter an der Wahlurne mit über 91 Prozent Ja zur Hochzeit der beiden Ortschaften Söhnstetten und Steinheim gaben.

Nicht der Musikverein Söhnstetten sondern ein Ensemble der Musikschule Steinheim gab dem 75 Minuten dauernden Festakt den musikalischen Glanz. Die Altgemeinderäte Ernst Öchsle und Hans Weiler waren die letzten noch lebenden Vertreter jenes Söhnstetter Kommunalparlaments, das am Abend der Volksabstimmung einmütig der Eingemeindung grünes Licht gab. Begrüßt wurden aber auch Gemeinderäte der ersten Stunde, die nach der Neuwahl 1971 in Steinheim ihre sechs Söhnstetten Kollegen willkommen hießen.

Ranghöchster Gast war Landrat Peter Polta, der zunächst unter Hinweis auf die nur spärlich bestuhlte und besetzte Seeberghalle zuerst auf Corona zu sprechen kam und wie viel Mühe die Kreisverwaltung doch aktuell hat, um im Gesundheitswesen nicht vollends unter die Räder zu kommen. Polta erinnerte daran, dass im Kreis Heidenheim 1968 Oggenhausen die Serie der Eingemeindungen einleitete und erst 1974 folgten Großkuchen nach Heidenheim und Heuchlingen nach Gerstetten als letzte Dörfer. Vertrautes wurde aufgegeben und dennoch Bewährtes behalten. Söhnstetten habe weiter eine Schule, ein Feuerwehrhaus, einen Musik- und Sportverein und ein reges Dorfleben. Die Meinungen im Blick auf die Kommunalreform gingen zwar auch noch heute auseinander, und doch sei es mutig gewesen, „Ja zu größeren kommunalen Einheiten zu sagen“.

Bürgermeister Holger Weise ging in seiner Begrüßung darauf ein, dass immer noch vor allem ältere Leute der Zeit nachtrauern, als Söhnstetten noch selbständig war. Das Gerede vom Trauertag werde man wohl nie aus der Welt schaffen. Der kleine Partner habe immer wieder zu knabbern an der Rolle als Juniorpartner, betonte Weise: Es sei auch müßig darüber zu diskutieren, ob die Zukunft für Söhnstetten bei Gerstetten besser gewesen wäre. Eine gewisse Eigenständigkeit lasse sich doch da feststellen, wo die Söhnstetter noch immer ihre Fahne mit dem Wappen von damals hissen. Sicher müsse man eingestehen, dass Söhnstetten für sich doch sehr viel herausgehandelt und bekommen habe.

Hans Weiler, Alt-Gemeinderat und ehedem Vize-Bürgermeister in der Gesamtgemeinde Steinheim, erinnerte sich an die Zeit als Geburtshelfer und erwähnte, wie sehr doch der damalige Landrat Dr. Albert Wild für den Fortbestand des Kreises Heidenheim gekämpft habe. Während der Kreis Gmünd im Ostalbkreis aufging, blieb der Kreis Heidenheim eigenständig. Angesprochen wurde auch, dass die für Söhnstetten gefundene Lösung, sechs verbriefte Sitze im Gesamtgemeinderat besser war als ein Ortschaftsrat. Und der Söhnstetter Verwaltungsausschuss als beschließender Ausschuss des Gemeinderats war zwar gegen jede Gesetze und doch durch den damaligen Innenminister Krause per Order de Mufti durchgedrückt worden, Jahrzehnte später gab der Verwaltungsgerichtshof diesem Ausschuss den Fangschuss.

Weiler sprach noch einmal über jenen denkwürdigen 29. November vor 50 Jahren, als die Söhnstetter mit knapp 92 Prozent für die Eingemeindung nach Steinheim stimmten. Erfolglos war das Werben der Steinheimer um Zang (zumal die Raiffeisenbank dort ja mit einer Filiale vertreten war). Mit 42 Prozent stimmten die Zanger für  Königsbronn. 37 Prozent wären heute lieber bei Heidenheim und 21 Prozent wollten nach Steinheim. Nach dem Manfred Bezler 1972 im Alter von 48 Jahren so plötzlich an Krebs starb, habe Dieter Eisele das Erbe übernommen und für die Erfüllung des Eingemeindungsvertrags gearbeitet.

Hans Weiler: „Dieser Vertrag war für uns Gemeinderäte stets ein Leitfaden. Kritik wird es immer geben.“ Dem jetzigen Bürgermeister Holger Weise gab Weiler den Rat, „gelassen auf die Meinung der Ewiggestrigen zu reagieren“.

Ehrenbürger und Altbürgermeister Dieter Eisele zog in launigen Worten Bilanz. Einige hätten behauptet, die Steinheimer hätten die Söhnstetter bloß deswegen eingemeindet, um wieder eine aktive Brauerei in ihren Mauern zu haben. Andere hätte auf den Wager-Steinbruch gedeutet, mit dem man viel Geld verdienen könne. Seinem Vorgänger Manfred Bezler bescheinigte Eisele, „ein gewiefter Taktiker und geschickter Kerle gewesen zu sein”. So manche Anekdote, in der auch Söhnstettens letzter Bürgermeister Otto Maurer ins Gedächtnis kam, beleuchtete die Zeit vor 50 Jahren. Größtes Fest in Eiseles Ära sei aber die 850-Jahr-Feier des Dorfes gewesen.

Eisele: „Der Zusammenschluss war für beide Orte eine Chance und wurde mit den Jahren zur Erfolgsgeschichte“.                                                                                                             

kdk

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