Informationen zum Coronavirus

Die Landesregierung hat ihre Rechtsverordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus erneut geändert. Die geänderten Fassungen treten am Mittwoch, den 27. Mai 2020 bzw. Dienstag, den 02. Juni 2020 in Kraft und sehen einige Lockerungen bei den bisher geltenden Regelungen vor. Maskenpflicht, Abstandsgebot und einige Kontaktbeschränkungen bleiben bestehen.
Weitere Informationen finden Sie unter "Mehr erfahren" oder unter Rathaus & Service - Coronavirus.

  
 

Aktuelles: Gemeinde Steinheim

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Hoffen auf Erleichterung

Corona: Videokonferenz statt Maimarkt 2020

Eigentlich sollte ja Steinheim am Maimarkt-Wochenende ganz im Zeichen deutsch-französischer Freundschaft stehen. Eine 30-köpfige Reisegruppe wäre aus der Normandie auf die Ostalb gekommen und im Steinheimer Rathaus hätte es eine Ausstellung zweier Colombeller Künstler gegeben.

All das fiel Corona und dem momentanen Versammlungs- und auch Reiseverbot zum Opfer. Am Donnerstagabend hätte das Wiedersehen seinen Anfang genommen. Zu dem Zeitpunkt schalteten sich Mitglieder der Partnerschaftskomitees Steinheim und Colombelles per Video-Konferenz zusammen und stießen mit einem Calvados oder Cidre an und wünschten sich Gesundheit. Die Colombeller hatten sich tatsächlich vom Weihnachtsmarkt ein Steinheimer Klosterbier bzw. Söhnstetter Weizen für dieses Prosit aufgehoben.

Es gab viel zu erzählen. Im Gegensatz zu anderen Teilen Frankreichs ist die Normandie nicht so heftig von dem Virus betroffen. Die Franzosen freuten sich mit den Steinheimern, dass in Deutschland nun Lockerungen für die Bürger eintreten. In Frankreich würden am 11. Mai Lockerungen erwartet. Der Schulunterricht würde wieder aufgenommen und starte zunächst für die jüngsten Kinder. Damit würden vor allem Mütter entlastet, die wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren wollen.

Coronabedingt konnte sich der Colombeller Stadtrat nach der Kommunalwahl noch nicht zur konstituierenden Sitzung treffen. Der amtierende Bürgermeister Marc Pottier hält den „alten“ und den noch nicht vereidigten neuen Gemeinderat über wesentliche Verwaltungsvorgänge auf dem Laufenden und rechnet damit, dass im Juni das neue Gremium erstmals tagen kann und er dann als Bürgermeister wiedergewählt werde.

Die Ausgangsbeschränkungen sind wesentlich härter als in manchen Gegenden Deutschlands. Der Bewegungsspielraum ist auf einen Kilometer rund um Wohnung oder Haus begrenzt: kein ausgedehnter Spaziergang mehr oder ein Bummel am Strand der nahen Landungsküste. Wer es dennoch wagt, zahlt empfindliche Strafen, die bei 135 Euro beginnen und weit über tausend Euro (bei Wiederholungstätern) reichen. Geduldet sind Einkäufe, Arztbesuche, Besuche bei alten Angehörigen und das Gassi gehen mit dem Hund.

Die Regierung in Paris hat ab dem 11.Mai die Ausgangsbeschränkungen reduziert und somit den Aktionsradius der Bürger deutlich vergrößert. Reisen nach Deutschland sind weiter nicht möglich.

Klaus-Dieter Kirschner

Günter Bartel hat viel bewegt

Dankurkunde für Wegbereiter der Partnerschaft mit Colombelles

Der erste Präsident des Partnerschaftskomitees und frühere Lehrer Günter Bartel wurde kürzlich durch seine Nach-Nachfolgerin Erika Edler in den Ruhestand verabschiedet. Bei der jüngsten Sitzung des Komitees, kurz bevor wegen Corona alle Versammlungen verboten wurden, ging es außerdem um eine deutsch-französische Gemäldeausstellung im Rathaus und um die Aktivitäten am Maimarkt.

Inzwischen wurde seitens der Gemeinde der Maimarkt abgesagt, zu dem traditionell eine große Delegation aus der Normandie auf den Albuch kommt. Die Franzosen haben ihrerseits diese Reise inzwischen aufgrund vieler Unwägbarkeiten gecancelt. Das bedeutet auch, dass es eines neuen Termins für die Gemäldeausstellung bedarf.

In Steinheims französischer Partnerstadt Colombelles waren in den letzten Tagen die Augen gespannt auf den Ausgang der Kommunalwahlen gerichtet. Die Liste Union de la Gauche, kandidierte als einzige und wird von Bürgermeister Marc Pottier angeführt. Wegen Corona war die Wahlbeteiligung erschreckend gering. Die Liste Pottier bekam  aber  etwas über 66 Prozent Zustimmung. Pottier wird also weiter Bürgermeister bleiben.

Allerdings ist wegen der Corona bedingten Ausgangssperre in Frankreich derzeit nicht absehbar, wann das neue Kommunalparlament konstituierende Sitzung haben wird und der neue (alte) Bürgermeister vereidigt werden kann. Bis dahin amtiert das bisherige Gremium in seiner bisherigen Zusammensetzung weiter.

Bei Franzosen wie bei Deutschen gleichermaßen beliebt ist der Gründungspräsident des (Steinheimer) Partnerschaftskomitees, Günter Bartel. Deshalb konnte Erika Edler bei der Verabschiedung auch die herzlichsten Grüße aus Colombelles ausrichten. In ihrer Laudatio blendete sie zurück auf die Anfänge der Verschwisterung zwischen Steinheim und Colombelles. Es waren schwierige Zeiten, die Wunden des Krieges schmerzten noch immer. Auf sehr feine Art habe Bartel die Begegnungen und Veranstaltungen moderiert und dabei stets die richtigen Worte gefunden bei dem anfänglich schwierigen Verhältnis zwischen beiden Völkern.

Seit 33 Jahren gibt es dieses Partnerschaftskomitee, dessen erster Vorsitzender Günter Bartel wurde. Ihm folgte 1992 Martin Neuner. Erika Edler bescheinigte Bartel „viel Geschick und Einfühlungsvermögen in den ersten Jahren dieser Jumelage“. Colombelles damaliger Bürgermeister Marie Petitpas habe Bartels angenehme Art sehr geschätzt und so sei Bartel mehr als nur Sprachmittler zwischen Petitpas und seinem Steinheimer Gegenüber Dieter Eisele gewesen. Dem Mann der ersten Stunde der deutsch-französischen Aussöhnung galt viel Beifall. Bürgermeister Holger Weise überreichte zusammen mit Erika Edler einen Geschenkkorb und die Dankurkunde der Gemeinde.

Der Vielgelobte gab sich bescheiden, dankte ganz gerührt für die Laudatio und ermunterte die Komitee-mitglieder auch in schwierigen Zeiten sich beherzt dieser Städtepartnerschaft zu widmen. Günter Bartel versicherte, weiter dieser Arbeit verbunden zu bleiben.                                                       

Klaus-Dieter Kirschner

Heimaterde aus vier Ländern für eine Eiche

Colombelles weiht den “Jardin de la Paix” ein. 70 Steinheimer bei der Einweihung dabei.

Ursprünglich sollte mit der Neugestaltung der Gedenkstätte für die Kriegstoten in Steinheims französischer Partnergemeinde Colombelles im Spätjahr 2017 eingeweiht werden. Aber bis dahin konnten verschiedene Arbeiten nicht ausgeführt werden. So bestätigte sich einmal mehr das Sprichwort: Gut Ding will Weile haben. Gefeiert wurde nun am 18.Juni- mit großem Programm.

Sichtlich Spaß hat es den Oberhäuptern aus Colombelles (Frankreich), Steinheim (Deutschland), Kornaka (Niger) und Novaci (Nord-Mazedonien) gemacht, als sie in einem großen Bottich die Erde aus den vier Kommunen angerührt und damit die Baumgrube einer schon im März 2019 gepflanzten Eiche im Jardin de la Paix aufgefüllt haben. Mit diesem Garten des Friedens wie auch mit dem 2017 eingeweihten (internationalen) Denkmal für die Gefallenen der Kriege hat Colombelles ein Alleinstellungsmerkmal in Frankreich. Wie berichtet, waren damals Stelen mit den Namen der Kriegstoten aus den vier Kommunen enthüllt worden.

Vor etwas mehr als 250 Personen wurden eben an dieser Gedenkstätte Blumengebinde zu den Klängen des Tattoo und der Nationalhymnen niedergelegt. Die Veteranen senkten ihre mitgebrachten Fahnen. Grundsätzliche Reden zum Thema Erinnern, Krieg und Frieden hielten die Bürgermeister Marc Pottier (Colombelles) und Holger Weise (Steinheim). Da die Erlebnisgeneration der Kriege aussterbe, sei es an allen Nachfahren, niemals zu vergessen, welche Folgen ein Krieg für die Zivilbevölkerung wie für die Kriegsparteien habe. Immer wieder müsse man sich die Ereignisse vor Augen führen und alles unternehmen, dass nie wieder Krieg ausbreche, mahnte Pottier.

Holger Weise nannte die Einweihung des Jardin de la Paix „ein großes Ereignis in der Geschichte Colombelles“ und ein Sinnbild „für Freundschaft und Frieden in Europa“: „Frieden ist ein hohes Gut, das wir, die Nachkriegsgeneration mit Sicherheit nicht hoch genug schätzen, weil für uns der Frieden ein Normalzustand ist.“ Die Skulptur der Sägebrüder Martin und Winfried Breunig, die die Entstehungsgeschichte des Steinheimer Beckens erzählt, möge immer an Steinheim erinnern, wünschte Weise.

Erst vor 33 Jahren sei die Partnerschaft zwischen Colombelles und Steinheim besiegelt worden, sagte Weise und freute sich, dass diese Partnerschaft auf breiter Basis von Bürgern und Vereinen getragen werde. Es könne aber auch noch mehr getan werden. Entsprechende Gespräche würden geführt. Besonders wünscht sich Weise wieder einen Schüleraustausch, der bislang an den unterschiedlichen Schulsystemen krankte und neuerdings beeinträchtigt wird, weil Colombelles seine weiterführenden Schulen verloren hat. Deshalb freute es Weise besonders, dass unter der Leitung von Frank Raudies etwa 20 Hillerschüler mit nach Colombelles gekommen waren. Und das trotz Pfingstferien.

Klassen der Grundschule Colombelles und die Hillerschüler trugen dann bepflanzte Blumentöpfe und kleine Kunstwerke in den Garten des Friedens. Die bemalten Pflastersteine werden allerdings noch in ein Betonbett verlegt, damit sie ja keiner als Argumentationsmittel bei Demonstrationen verwenden kann.

Bei der einwöchigen Rundreise durch die Normandie wurde zunächst die Landungsküste besucht. Der weltberühmte Teppich, der die Geschichte des Nationalhelden Wilhelm der Eroberer erzählt, wurde in Bayeux bestaunt. Eine Tagestour führte zum Mont Saint Michel, einem von Touristen voll in Beschlag genommenen Wallfahrtsberg, der bei Flut vom Meer umtost ist. Die Deutsch-Französin Andrea Hippe führte die Vielgereisten an die Blumenküste nach Honfleur und Deauville und in die dem Gedenken an auf See gebliebenen Seefahrern gewidmete Wallfahrtskirche Notre Dame de Grace.

Erika Edler, die Präsidentin des Partnerschaftskomitees, und ihr Stellvertreter Alfred Mahlau hatten eineinhalb Jahre lang diese Tour vorbereitet. Insgesamt wurden 2600 Kilometer im Bus zurückgelegt.

  

Infobereiche

Highlights

Meteorkrater – Museum

Vor etwa 15 Millionen Jahren entstand durch den Einschlag eines Meteoriten das Steinheimer Becken – der heute wohl besterhaltene und prägnanteste Meteoritenkrater mit Zentralkegel.

Heimatstube auf dem Klosterhof

Pflege von Brauchtum, Vorführungen alter Handwerkstechniken und die Bewahrung von Ausstellungsstücken aus früherer Zeit sind die Aufgaben des Heimatvereins Steinheim e. V.

Interaktiver Wentallehrpfad

Die bizarren Dolomitfelsen, von einem einstigen Flusslauf geformt, machten ein Trockental im Gemeindegebiet im Laufe der Jahrhunderte zum sagenumwobenen Wental. Seit dem Jahr 2010 führt der interaktive Wentallehrpfad von Steinheim aus durch das Wental bis zum Landhotel Wental, das sich bereits auf der Gemarkung Essingen befindet.

Gemeindewald

Steinheim hat einen sehr großen Wald, die Wälder der Gemarkung Steinheim zählen zum Albuch, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet der Schwäbischen Alb.